DaimlerChrysler Zetsche lüftet Gehaltsgeheimnis

Sein Vorgänger Schrempp weigerte sich hartnäckig, die Höhe seines Salärs preiszugeben. Der neue Chef des fünfgrößten Autokonzerns der Welt hat keine Angst vor Transparenz: Auf der Hauptversammlung von DaimlerChrysler nannte Zetsche sein Gehalt - und versprach den Aktionären höhere Gewinne.


Berlin - Bislang hat DaimlerChrysler das Gehalt des Vorstandschefs stets verschwiegen. Bei der heutigen Hauptversammlung in Berlin brach der neue Konzernlenker Dieter Zetsche mit dieser Tradition. Aufsichtsratschef Hilmar Kopper erklärte vor den Anteilseignern, Zetsche verdiene ein Grundgehalt von 1,5 Millionen Euro. Hinzu kommt ein Bonus in Höhe von 150 Prozent auf das Salär bei Erreichen der Konzernziele.

Daimler-Chef Zetsche: Gehalt offengelegt
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Daimler-Chef Zetsche: Gehalt offengelegt

Weiter erhält der Manager 59.563 so genannte virtuelle Aktien, sagte Kopper. Deren Auszahlung erfolge abhängig vom Erfolg aber erst 2010 zum dem dann aktuellen Aktienkurs. Vorerst läge Zetsches Vergütung somit bei 3,75 Millionen Euro.

Zetsche tritt heute erstmals in seiner neuen Funktion als Vorstandsvorsitzender vor die Aktionäre des Stuttgarter Autokonzerns. Auf der Hauptversammlung will er den Anteilseignern die neue Strategie der Rückbesinnung auf das Autogeschäft und der Verschlankung der Strukturen erläutern. Zetsche will bis 2008 mindestens 14.500 Stellen beim weltweit fünftgrößten Hersteller abbauen und die Produktionskosten senken sowie die Zusammenarbeit mit Chrysler intensivieren.

Zetsche verspricht höhere Gewinne

Zum Auftakt stellte der Manager dem Auditorium höhere Gewinne in Aussicht. Bereits im laufenden Jahr werde eine verbesserte Ertragslage erwartet, in den Folgejahren solle der Betriebsgewinn kontinuierlich weiter steigen, sagte Zetsche laut Redemanuskript. Der Konzernlenker bestätigte damit frühere Prognosen.

Konkrete Zahlen nannte der Vorstandschef jedoch weiterhin nicht. "Wir haben uns dabei anspruchsvolle, aber realistische Ziele gesetzt, die wir in einem überschaubaren Zeitrahmen erreichen wollen", sagte er. Einen detaillierten Ergebnisausblick für das laufende Jahr werde das Unternehmen mit Bekanntgabe des Quartalsabschlusses am 27. April vorlegen.

Das Wirtschaftsmagazin "Capital" hatte zuvor berichtet, der Konzern wolle den Gewinn in den kommenden Jahren parallel zum laufenden Arbeitsplatzabbau kontinuierlich steigern. Bis 2008 rechne das Unternehmen damit, dass der Betriebsgewinn von 5,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf 9,4 Milliarden Euro steige. Der Jahresüberschuss solle sich von 2,8 Milliarden auf mehr als 5,5 Milliarden Euro verbessern.

Reizthema Smart

Dennoch musste Zetsche seinen Kurs verteidigen. Vor allem die malade Kleinwagenschmiede Smart erregte die Gemüter. Die bereits im Vorjahr von den Aktionären heftig gerügten Milliardenverluste bei der Tochter sollen den Plänen zufolge bereits im kommenden Jahr der Vergangenheit angehören. Smart stellt den Bau des Viersitzers Forfour ein und konzentriert sich auf die ursprüngliche Idee eines zweisitzigen Autos. Dennoch verlangt ein Aktionär die Bestellung von Sonderprüfern, weil er bei Smart eine Verletzung der Sorgfaltspflicht seitens des Konzerns sieht.

Zetsche verteidigte das Festhalten an der Marke. "Wir haben die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Smart im Jahr 2007 schwarze Zahlen schreiben wird", sagte er. Die Kosten für die Produktion des Zweisitzers Fortwo, dessen Nachfolge-Modell im kommenden Jahr auf den Markt komme, könnten nochmals reduziert werden. Der Kleinwagen besitze in allen Märkten eine Alleinstellung und bereits Kultstatus.

Wachwechsel im Aufsichtsrat

Ein weiteres Thema dürfte der anstehende Wachwechsel im Aufsichtsrat sein. Bei dem Aktionärstreffen kandidiert der langjährige DaimlerChrysler-Topmanager Manfred Bischoff für den Aufsichtsrat. Es wird erwartet, dass er spätestens 2007 die Nachfolge von Aufsichtsratschef Kopper antritt. Mehrere Kleinaktionäre fordern von Kopper den sofortigen Rücktritt. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des Verstoßes gegen die Insidervorschriften ihm Zusammenhang mit der Rücktrittankündigung des Zetsche-Vorgängers Jürgen Schrempp im Juli 2005 von der Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt.

Ebenfalls von Interesse sind Zetsches weitere Pläne für die Beteiligung am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. DaimlerChrysler wolle mit mindestens 15 Prozent der Anteile ein "wesentlicher Anteilseigner" bleiben, gab der Autohersteller vor Beginn der Hauptversammlung bekannt. "Sollten wir uns letztlich zu einer solchen Reduzierung auf 15 Prozent entschließen, streben wir an, die Balance zwischen französischen und deutschen Anteilseignern weiterhin aufrechtzuerhalten", hieß es weiter.

Derzeit hält DaimlerChrysler noch rund 30 Prozent der EADS-Anteile und will diese zunächst auf 22,5 Prozent reduzieren. Mit dem erwarteten Gewinn aus dem Verkauf in Höhe von rund einer Milliarde Euro kann DaimlerChrysler im kommenden Jahr sein Konzernergebnis deutlich aufbessern.

suc/ddp/Reuters/Dow Jones Newswires/dpa-AFX



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