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Das Europäische Währungssystem (EWS)

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aus DER SPIEGEL 36/1987

soll dafür sorgen, daß die Kurse dereuropäischen Währungen einigermaßen stabil bleiben; wilde Kursbewegungen, wie sie der Dollar in den letzten Jahren vollführte, sollen im Verhältnis von Mark und französischem Franc oder von Dänenkrone und belgischem Franc unterbleiben. Zu diesem Zweck legen die EG-Regierungen Leitkurse für ihre Währungen fest. Diese Kurse dürfen grundsätzlich nur um 2,25 Prozent über- oder unterschritten werden. Die Notenbanken der EG-Staaten sorgen dafür, daß diese Stabilität gewährleistet ist: Wird von einer EG-Devise besonders viel zum Verkauf angeboten (besteht mithin die Gefahr eines starken Kursverfalls), dann kaufen die Notenbanken diese Valuta auf. Umgekehrt: Ist eine Währung knapp, so daß ihr Kurs extrem steigen könnte, dann verkaufen die Notenbanken entsprechende Valuta an den Devisenmärkten. Nur wenn EG-Währungen dauerhaft Schwächen zeigen (oder wenn andere zu stark geworden sind), erfolgt eine Neufestsetzung der Wechselkurse. Ein umfangreiches Vertragswerk, über dessen Weiterentwicklung die Europäer Mitte September im dänischen Nyborg verhandeln, sorgt dafür, daß stets genug Devisenreserven für die Eingriffe bereitliegen. Verrechnet wird in einer Kunstwährung, der Europäischen Währungseinheit, kurz Ecu genannt.

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