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SIEMENS-AFFÄRE Das große Schweigen

aus DER SPIEGEL 22/2008

Im ersten Prozess gegen einen Beschuldigten in der Schmiergeldaffäre bei Siemens wird es womöglich zu einem großen Schweigen im Zeugenstand kommen. Insider gehen davon aus, dass in dem an diesem Montag vor dem Münchner Landgericht beginnenden Verfahren gegen den ehemaligen Siemens-Direktor Reinhard S. viele der geladenen Ex-Manager des Konzerns von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen werden - auch aus Angst vor möglicherweise unangenehmer Medienberichterstattung. Rund hundert Journalisten haben sich für den Prozess akkreditiert. Zeitungen, Funk und Fernsehen werden das Verfahren wochenlang verfolgen. Vor allem ehemalige Top-Leute des Siemens-Konzerns, fürchten Justiz-Insider, wollten ihre mögliche Verwicklung in die Affäre ungern erneut in den Medien breittreten lassen - und würden wohl erst gar nicht vor den Richtern aussagen. Rund die Hälfte der 29 Zeugen werden in der Affäre als Beschuldigte geführt, darunter auch die Ex-Zentralvorstände Heinz-Joachim Neubürger und Thomas Ganswindt sowie zwei frühere Bereichsvorstände. Sie alle müssen sich vor Gericht nicht äußern, wenn sie sich dadurch selbst belasten könnten.

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