Datenschutz Airbus überprüfte Kontodaten seiner Mitarbeiter

Auch der Flugzeughersteller Airbus hat Daten seiner Mitarbeiter heimlich überprüft. Im Jahr 2007 wurden die Kontonummern aller Beschäftigten mit denen der Zulieferer abgeglichen. Der Betriebsrat will den Fall jetzt juristisch prüfen lassen.

Hamburg - Unternehmenssprecher Torsten Prang bestätigte am Mittwochabend einen entsprechenden Bericht des "Hamburger Abendblatts". Danach sind Jahr 2007 die Kontonummern aller Beschäftigten mit den Kontonummern von Zulieferern abgeglichen worden.

Airbus-Werk in Stade: Datenabgleich ohne Wissen des Betriebsrats

Airbus-Werk in Stade: Datenabgleich ohne Wissen des Betriebsrats

Foto: DDP

Prang erklärte, im Zuge der Diskussion um Datenabgleiche bei Unternehmen habe das neue Airbus-Management eine Untersuchung gestartet, um herauszufinden, ob es in der Vergangenheit auch bei Airbus solche Datenabgleiche gegeben habe.

Dabei habe sich die Überprüfung der Kontonummern herausgestellt. Der Betriebsrat sei umgehend informiert worden, erklärte Prang. Am 23. März sei die Belegschaft auf einer Betriebsversammlung informiert worden. Von der Überprüfung seien alle rund 20.000 Beschäftigten betroffen gewesen.

Mit dem Datenabgleich wollte die EADS-Tochter   der Zeitung zufolge herausfinden, ob sich Beschäftigte illegal bereicherten. Der Betriebsrat war über diese Aktion nach eigenen Angaben zuvor nicht informiert worden. "Wir lassen den Sachverhalt jetzt juristisch prüfen", sagte der Betriebsratschef des Hamburger Werks, Horst Niehus, dem "Abendblatt".

Nach Informationen der Zeitung soll es in einigen Fällen Verdachtsmomente gegeben haben, dass die Kontonummern von Beschäftigten und Zulieferern übereinstimmten. Nachdem die Überprüfungen aber keine konkreten Korruptionsfälle ergeben hätten, seien sie 2007 wieder eingestellt worden, hieß es.

mik/dpa/AP
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