Dax-Absturz 30 Mal rot

Der Nikkei in Japan fiel so tief wie seit drei Monaten nicht mehr - und auch in Frankfurt begann die Börsenwoche düster. Kein einziger der 30 Dax-Titel notiert im Plus, Schwergewichte wie Siemens verlieren mehr als drei Prozent.


Frankfurt am Main - Gleich zu Beginn gab der Dax zwei Prozent nach, dann bröckelten die Kurse langsam weiter. Gegen elf Uhr notierte der Dax bei 3710 Punkten, ein Minus von 2,3 Prozent. Händler hielten für möglich, dass er im Verlauf des Nachmittages unter 3700 Punkte rutschen wird, falls die Wall Street ebenfalls segr schwach eröffnet. Der Run auf die Marke von 3800 scheint erst einmal vertagt. Der Mdax gab 0,88 Prozent auf 4306 Punkte nach. Der TecDax verlor um 2,72 Prozent auf 557 Zähler.

Börsenmakler in Frankfurt: Ohrfeige für Siemens
DPA

Börsenmakler in Frankfurt: Ohrfeige für Siemens

Neben den schwachen Börsen in den USA und Japan sei nach den Anschlägen in Istanbul vom Wochenende wachsende Sorge vor Terroranschlägen wieder ein Thema auf dem Parkett, sagten Händler.

Spitzenverlierer waren die TUI mit einem Minus von 4,4 Prozent und ThyssenKrupp mit einem Verlust von 3,5 Prozent. Siemens verloren ebenfalls 3,5 Prozent, nachdem die Analysten von Merrill Lynch die Aktie von "Neutral" auf "Sell" herabgestuft hatten. Das Papier habe sich zuletzt sehr stark entwickelt und liege bereits deutlich über ihren Schätzungen zum Fairen Wert von 55 Euro, heißt es in einer Studie vom Montag.

Die Aktien von Henkel gaben nach Veröffentlichung der Quartalsbilanz 1,57 Prozent auf 61,27 Euro nach und notierten damit etwas besser als die meisten übrigen Aktien. Die Zahlen des Konsumgüterherstellers lagen nach Einschätzung von Händlern im Rahmen der Analystenerwartungen.

Nach einem positiven Analystenkommentar haben sich RWE-Aktien mit einem Minus von 1,35 Prozent auf 25,50 Euro besser entwickelt als der Dax. Die Aktien von E.ON gaben vor Veröffentlichung der Quartalszahlen 0,95 Prozent auf 4546,02 Euro nach. Das Düsseldorfer Unternehmen legt am Mittag seine Bilanz zum dritten Quartal vor.

Am Morgen war der Nikkei-Index in Japan erstmals seit dem Spätsommer wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten gefallen. Zum Handelsschluss notierte der Index einen schweren Verlust von 380,23 Punkten oder 3,74 Prozent bei 9786,83 Punkten. Der marktbreitere Topix gab um 34,88 Punkte oder 3,46 Prozent auf 971,89 Punkte nach.

Der Euro kostete am Morgen 1,1780 Dollar, nachdem er zuvor sogar deutlich über die Marke von 1,18 Dollar geklettert war. Das als Krisen-Anlage geltende Gold verteuerte sich bis auf fast 400 Dollar je Feinunze.



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.