Erstmals seit fast zwei Jahren Dax fällt unter Marke von 12.000 Punkten

An den Börsen herrschen Inflations- und Konjunktursorgen. Der Dax ist am Mittwochvormittag auf den tiefsten Stand seit November 2020 gefallen. Und Experten äußern sich weiter skeptisch.
Die Frankfurter Börse am Mittwochvormittag: Abwärtsstrudel vor allem in der ersten Handelsstunde

Die Frankfurter Börse am Mittwochvormittag: Abwärtsstrudel vor allem in der ersten Handelsstunde

Foto: Staff / REUTERS

Immer mehr Anleger in Deutschland schrecken vor dem Kauf von Aktien zurück. Angesichts von Inflations-, Zins- und Konjunktursorgen bleibt der Dax im Abwärtsstrudel. Erstmals seit November 2020 sackte er am Mittwoch unter die Marke von 12.000 Punkten. Am Ende der ersten Handelsstunde betrug das Minus für den Leitindex 1,44 Prozent auf 11.964,95 Punkte. Nach einer zwischenzeitlichen Erholung sackte das Börsenbarometer weiter ab um 2,21 Prozent auf 11.871,24 Punkte. Der MDax fiel um 3,17 Prozent auf 21.635,01 Zähler, der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,6 Prozent an Wert.

»Die Käufer scheinen endgültig zu kapitulieren, ein Ende des Bärenmarktes ist nicht in Sicht«, sagte Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege vom Handelshaus RoboMarkets. »Die Eiszeit bei der Verbraucherlaune wird anhalten, eine Stimmungswende liegt im Nirwana«, sagte Alexander Krüger, Chef-Volkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe.

Die Aussicht auf eine voraussichtlich schwächere Nachfrage an den Rohstoffmärkten trieb auch die Metallpreise nach unten. Kupfer verbilligte sich um bis zu 1,8 Prozent auf 7220 Dollar je Tonne. Die Preise für Nickel und Aluminium gaben ebenfalls nach.

An der Wall Street hatten sich am Vorabend erneut Forderungen von Notenbankern nach mehr Zinssteigerungen belastend ausgewirkt, weil diese weltweit die Sorgen vor einer Rezession erhöhen. Weiter grassiert auch die Angst vor einer tiefer gehenden Energiekrise: Größer werden neuerdings die Sorgen um die Stabilität des Energienetzes, etwa wegen der Lecks an den beiden Ostsee-Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2.

Größere Kursverluste gab es im Bankensektor, Dax-Schlusslicht waren mit minus 4,4 Prozent die Papiere der Deutschen Bank. Ähnlich stark erwischte es jene der Commerzbank aus dem MDax mit fünf Prozent Minus. Wie am Vorabend bekannt wurde, wird die polnische Tochter mBank das Geldinstitut auch im dritten Quartal belasten. Grund ist eine gebildete zusätzliche Vorsorge in Höhe von umgerechnet rund 490 Millionen Euro.

Gewinner in der Gesundheitsbranche

Gewinner waren am Mittwoch äußerst selten, vor allem in der Gesundheitsbranche gab es aber einige positive Ausnahmen. Die Titel von Merck KGaA etwa waren im Dax mit plus 0,4 Prozent einer der wenigen Aktien im Plus, neben den knapp ein Prozent höheren Papieren des Laborausrüsters Sartorius.

sol/dpa/Reuters
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