Dax-Spitzenreiter Übernahmegerüchte treiben Commerzbank-Aktie

An der Frankfurter Börse wird erneut über eine Übernahme der Commerzbank durch die französische BNP spekuliert. Die Aktien des deutschen Instituts steigen an die Spitze der Dax-Gewinnerliste - obwohl beide Banken keinen Kommentar zu den Spekulationen abgeben.


Pfeil vor Commerzbank-Zentrale: "Die Aktie springt an"
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Pfeil vor Commerzbank-Zentrale: "Die Aktie springt an"

Frankfurt am Main - "Am Markt kursiert wieder einmal das Gerücht, dass die BNP Paribas die Commerzbank übernehmen will. Die Franzosen wollen demnach 30 Euro je Aktie bieten", sagte ein Händler in Frankfurt. Der Commerzbank-Kurs zog bis zum Mittag bei sehr hohen Umsätzen um 6,10 Prozent auf 21,25 Euro an. Die Aktie war damit mit Abstand der größte Gewinner im Dax.

Andere Marktteilnehmer hatten diese Gerüchte ebenfalls gehört, die meisten zeigten sich indes skeptisch. "Ich glaube nicht daran, aber die Aktie springt dennoch auf das Gerücht an." Der genannte Preis pro Aktie sei sehr teuer, befanden mehrere Händler.

Zweistelliges Plus dank Kursphantasie

Die Commerzbank Chart zeigen will sich zu den Spekulationen nicht äußern. "Marktgerüchte kommentieren wir nicht", sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Ein namentlich nicht genannter Commerzbanker sagte laut Nachrichtenagentur Reuters: "Wir haben null Signale und es gibt auch keine Gespräche." BNP Paribas Chart zeigen gab keine Stellungnahme ab.

In Finanzkreisen gilt eine Übernahme der Commerzbank mittelfristig dennoch als wahrscheinlich. Getrieben durch Übernahmephantasien hat das Commerzbank-Papier im vergangenen Jahr rund 60 Prozent zugelegt.

Am Vormittag sah sich auch die spanische Großbank Santander zu einem Dementi veranlasst. Sie habe keine Absicht, das Frankfurter Institut zu kaufen. "Wir weisen jegliches Interesse zurück", sagte ein Sprecher. Bereits vor einer Woche war der Kurs der Commerzbank-Aktie angesichts eines angeblichen Kaufinteresses der Spanier kräftig gestiegen.



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