Dax-Verluste Rezessionsangst drückt auf die Börse

Die Angst vor einem Abschwung holt die Aktionäre ein: Die Kurse an der Frankfurter Börse fielen deutlich. Unternehmen, die die Konsumflaute zu spüren bekommen, erleiden besonders kräftige Kursverluste - vor allem die Autohersteller.


Frankfurt am Main - Der Dax Chart zeigen rutschte bis zum Mittag um 1,2 Prozent auf 6265 Zähler ab. Verkauft wurden vor allem Auto-, Einzelhandels- und Touristikwerte - Branchen, die besonders davon abhängen, wie gut die Geldbörsen der Verbraucher gefüllt sind.

Frankfurter Börse: "Schwierige Marktphase mit erschreckenden Erwartungen"
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Frankfurter Börse: "Schwierige Marktphase mit erschreckenden Erwartungen"

"Wir sind in einer extrem schwierigen Marktphase mit erschreckenden Erwartungen", sagte Helaba-Marktanalyst Christian Schmidt. "Es wird darüber gestritten, ob wir schon in einer Rezession sind oder nicht und wann es wieder besser werden kann." Da die Meinungen darüber auseinanderklafften, bleibe die Unsicherheit hoch und Investoren warteten weiter ab.

"Keiner will auf dem falschen Fuß erwischt werden, und deshalb passiert vom Umsatz her eigentlich fast gar nichts", sagte ein Händler. In dieser Gemengelage könnte der Dax schnell auf neue Tiefstände fallen. Mitte Juli war der Leitindex kurzzeitig unter die Marke von 6000 Punkten gesunken.

Einen großen Bogen machten Anleger um Autowerte. An der Frankfurter Börse verloren Daimler-Aktien Chart zeigen 2,5 Prozent an Wert, BMW Chart zeigen knapp zwei und Porsche Chart zeigen 1,5 Prozent. "Die Bedingungen sind alles andere als günstig", sagte ein Börsianer. "Bei vielen Händlern stehen die Autos auf Halde, weil nicht genug gekauft wird, und eine Besserung ist nicht in Sicht." Zusätzlich belaste der in den vergangenen Tagen wieder gestiegene Ölpreis.

Die Skepsis der Anleger bekamen auch Metro Chart zeigen, Adidas Chart zeigen und TUI Chart zeigen zu spüren, deren Aktien um jeweils mehr als zwei Prozent nachgaben. "Das sind auch noch die Nachwirkungen des schlechten Ifo-Index, der hat schon mächtig auf den Magen geschlagen", sagte ein Börsianer. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen war im August den dritten Monat in Folge gesunken und auf den tiefsten Stand seit Mitte 2005 gefallen.

Mit der Deutschen Telekom Chart zeigen und Continental Chart zeigen lagen am Mittag lediglich zwei Werte im Dax knapp im Plus.

Besser sah es im Nebenwerteindex MDax Chart zeigen aus, in dem die Aktien des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 Chart zeigen mit einem Plus von knapp sieben Prozent auf 6,75 Euro herausragten. Auslöser der Nachfrage war eine Kaufempfehlung von Goldman Sachs Chart zeigen. Deren Analysten sahen die Aktie als zu niedrig bewertet an. Premiere Chart zeigen wurde weniger positiv eingeschätzt, der Aktienkurs fiel um 1,6 Prozent auf 11,68 Euro.

Mit einer regen Nachfrage reagierten Anleger auf die geplatzten Übernahmepläne des Marktforschers GfK Chart zeigen. Die Nürnberger Gesellschaft hat wegen Finanzierungsproblemen die Gespräche zur Übernahme des britischen Rivalen TNS beendet. Die zur Verfügung stehenden Mittel reichten nicht für ein ausreichendes Gegengebot zur Offerte des britischen Werbekonzerns WPP Chart zeigen aus. GfK-Aktien stiegen um 4,7 Prozent auf 24,31 Euro und waren damit größter SDax-Gewinner Chart zeigen. TNS-Aktien fielen in London dagegen um 1,8 Prozent, WPP büßten ein Prozent ein.

kaz/Reuters



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