Dell 1700 Mitarbeiter müssen gehen

Der Computerbauer Dell hat die Analysten enttäuscht, der Gewinn lag unter den Erwartungen des Marktes. In naher Zukunft ist wenig Besserung zu erwarten.


New York - Der weltweit zweitgrößte Computerkonzern Dell hat im vierten Quartal 2000 einen unter den Markterwartungen liegenden Gewinn bekannt gegeben und erwartet auch für das laufende Quartal, die Ergebnisprognosen der Experten zu verfehlen. Zugleich kündigte das Unternehmen am Donnerstag erstmals einen umfangreichen Stellenabbau an.

Dies wurde insbesondere mit der Abschwächung der Branchenkonjunktur begründet. Nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen verzeichneten die Dell-Aktien im nachbörslichen Handel Kursverluste.

Im Schlussquartal vergangenen Jahres steigerte Dell eigenen Angaben zufolge seinen Reingewinn vor Einmalbelastungen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 16 Prozent auf 508 Millionen Dollar oder 18 Cents je Aktie. Analysten hatten hier zuletzt einer Umfrage von First Call/Thomson Financial einen höheren Wert von 19 Cents je Aktie vorausgesagt. Der Umsatz habe im Berichtszeitraum um 28 Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar zugelegt, hieß es weiter.

Für das erste Quartal 2001 rechnet der Konzern nach den Worten seines Chefs Michael Dell mit einem Ergebnis je Aktie von 17 Cents und einem Umsatz von rund acht Milliarden Dollar (rund 17,3 Milliarden Mark). Analysten hatten demgegenüber bislang einen Gewinn je Aktie von 19 Cents sowie einen Umsatz von 8,45 Milliarden Dollar prognostiziert.

Der Computerhersteller, hinter Compaq die Nummer zwei in der Branche, kündigte zugleich eine Abbau der Belegschaft um vier Prozent an. Damit würden etwa 1700 der insgesamt 40.200 Vollzeit-Stellen gestrichen. Die Reduzierungen würden im Wesentlichen im heimischen US-Bundesstaat Texas stattfinden, wo 22.000 Mitarbeiter beschäftigt seien.

Nach der Ankündigung des Arbeitsplatzabbaus schlossen die Dell-Aktien an der US-Technologiebörse Nasdaq mit einem Plus von knapp neun Prozent bei 25 Dollar. Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen verschlechterte sich der Kurs dann allerdings im nachbörslichen Instinet-Handel auf 24-5/8 Dollar.



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