Dell Neue Runde im PC-Preiskrieg

Michael Dell wechselt die Strategie. Erstmals bietet sein Unternehmen ein vormontiertes Komplettsystem an - billiger als die Konkurrenz.


Dell-Lager: Abkehr von der bisherigen Strategie
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Dell-Lager: Abkehr von der bisherigen Strategie

Austin - Bisher verkaufte Dell Chart zeigenkeine Fertigrechner. Der Kunde musste sich seinen Computer auf Dells Webseite aus Einzelteilen selber zusammenstückeln und online bestellen. Das schreckte vor allem jene Konsumenten ab, für die das Innere eines Personal Computers ein unergründbares Rätsel ist.

"Computer-Dummies" kaufen ihre Geräte meist als Komplettset bei den großen Handelsketten. Dort stehen vor allem PCs der Dell-Konkurrenten Compaq Chart zeigen oder Hewlett-Packard (HP) Chart zeigen in den Regalen. Mit dem neuen Billigrechner "Smartstep 100D" versucht Dell nun, weitere Kunden der Konkurrenz abzugreifen. Das PC-Paket mit Monitor kostet 599 Dollar. Damit liegt Dell 100 Dollar unter dem preiswertesten Konkurrenzmodell, dem HP 2950. Dell lässt die Billigrechner von der taiwanesischen Mitac International Corp. bauen. Mitac produziert auch für Compaq und HP.

Michael Dell: Fertigsysteme für Computer-Dummies
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Michael Dell: Fertigsysteme für Computer-Dummies

Mit dem Smartstep entfernt sich Unternehmenschef Michael Dell von seinem bisher strikt durchgehaltenen "Built-to-order"-Geschäftsmodell. Dieses sieht vor, dass die Rechner erst dann zusammengebaut werden, wenn der Kunde sie tatsächlich bestellt hat. Dieses Verfahren minimiert die Lagerkosten, weil Dell kaum Teile vorhalten muss. Allerdings scheint es Dell auch beim Smartstep gelungen zu sein, die Lagerkosten auf seine Zulieferer abzuwälzen: Dell muss keine Smartsteps ins Lager legen, da Mitac die Billigrechner direkt an die Käufer ausliefert.

Der Fertig-PC birgt jedoch auch Risiken. Denn es ist nicht gesagt, dass Dell den Rivalen Compaq oder HP Käufer abnehmen kann. "Es kann passieren, dass Dell sich selber Käufer abnimmt und seinen eigenen Umsatz kannibalisiert", glaubt PC-Analyst Charles Wolf von Needham & Co.

Europäische Kunden werden weiter selber basteln müssen. In Deutschland und anderen EU-Ländern wird es nach Aussagen eines Dell-Sprechers in absehbarer Zeit keine Fertigrechner geben.



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