Delta Airlines Letzte Wende vor dem Abgrund

US-Fluggesellschaft Delta Airlines kämpft ums Überleben. Mit einer weit reichenden Umgestaltung will Konzernchef Gerald Grinstein jetzt das Schlimmste verhindern. 6000 bis 7000 Arbeitsplätze werden dem Sanierungskurs zum Opfer fallen.

Atlanta - Mehr als fünf Milliarden Dollar gilt es bis 2006 einzusparen, bis Jahresende sollen es bereits 2,3 Milliarden Dollar sein. Dabei sollen allein die Piloten Kürzungen beim Gehalt und bei den Vorruhestandsregelungen in Höhe von einer Milliarde Dollar zugestehen. Um den Beschäftigten den Verzicht erträglich zu machen, will auch das Management seine Bezüge im Durchschnitt um 15 Prozent absenken.

Auch das Delta-Netz soll bis Ende Januar 2005 neu geordnet werden. Mehr als die Hälfte der Verbindungen wird davon betroffen sein. Delta will Dallas/Fort Worth nicht mehr als Knotenpunkt einsetzen und stattdessen Atlanta, Cincinnati und Salt Lake City zu Drehscheiben ausbauen. Die Billigfluglinie Song soll durch zwölf weitere Flugzeuge erweitert werden.

Delta-Chef Grinstein betonte, wegen der raschen Verschlechterung der Finanzlage durch niedrige Erträge, wegen hoher Treibstoffpreise, überhöhter Tarifkosten und hoher Schuldenbelastung sei eine Insolvenz durchaus möglich. "Wir arbeiten hart und schnell, um sie zu verhindern", sagte er. Falls die Probleme der Piloten nicht vor Monatsende gelöst werden und nicht alle Details der Neuausrichtung bald geklärt seien, werde das Unternehmen die Restrukturierung über die Gerichte einleiten müssen, warnte Grinstein. Der Delta-Kurs fiel an der New Yorker Börse zwischenzeitlich um vier Prozent auf 4,30 Dollar je Aktie.

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