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Der Butter-Berg ist verschwunden

aus DER SPIEGEL 23/1988

Die EG hat ihre hohen Lagerbestände aus der überschüssigen Agrarproduktion drastisch abgebaut. Im Mai 1987 stapelten sich 1,2 Millionen Tonnen Butter in den Kühlhäusern der EG - im vergangenen Monat waren es nur noch 77 000 Tonnen. Im gleichen Zeitraum schrumpften die Milchpulver-Vorräte von 789 000 auf 40 000 Tonnen, der Getreide-Berg wurde um 2,7 Millionen Tonnen verringert. Der Abbau hat viel Geld gekostet: Die Produkte, die Brüssel den Bauern zu hohen Garantie-Preisen abkauft, können außerhalb der EG nur zu den erheblich niedrigeren Weltmarkt-Preisen abgestoßen werden. Gleichwohl ist die Verkaufsaktion vernünftig: Bei Butter beispielsweise kostet die Lagerhaltung mehr als die Erzeugung. EG-Experten prophezeien bereits, daß in einigen Ländern zeitweilig Milchprodukte knapp werden könnten, denn einige EG-Staaten haben ihre Butter- und Milchpulver-Lager völlig ausgeräumt. Weil viele Bauern wegen der Quotenregelung für Milch ihre Kühe schlachten ließen, sind die Rindfleisch-Lager freilich von 630 000 auf 755 000 Tonnen angewachsen - trotz bedeutender Verkäufe nach Brasilien. Nach Ansicht Brüsseler Experten ist der EG-Rindfleisch-Berg aber nur »eine vorübergehende Erscheinung«.

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