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Der Fiskus ärgert Versicherte

aus DER SPIEGEL 40/1988

Zahllose Versicherungskunden, die ihre Lebensversicherung vorzeitig kündigen wollten und deshalb eine Verkürzung der Vertragslaufzeit vereinbart hatten, erlebten in den vergangenen Wochen eine böse Überraschung: Sie mußten auf ihre Versicherungsleistungen Kapitalertragsteuern entrichten. Bisher hatten die Finanzämter auf diese Einnahmen verzichtet, wenn die Verträge die gesetzliche Mindestlaufzeit von zwölf Jahren überschritten hatten. Anders als vorher bewerteten die Finanzbeamten die Verkürzung der Laufzeit nun als neuen Vertrag - mit der Folge, daß die Versicherungsverträge erneut zwölf Jahre laufen müssen, damit sie von der Besteuerung ausgenommen werden. Die Anregung, das Problem überhaupt zu erörtern, kam vom Verband der Lebensversicherungsunternehmen. Die Branche stört sich offenbar daran, daß eine wachsende Zahl von Kunden, die mit falschen oder überteuerten Policen unzufrieden sind, die Laufzeiten verkürzt.

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