»Gift für die Eisenbahnerfamilie« Bahn-Chef Lutz attackiert GDL-Chef Weselsky

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn wird es persönlich. Der Bahn-Chef geht Ober-Gewerkschafter Weselsky frontal an. Der GDL-Chef spalte das Unternehmen und schlage mit seinem Ton Wunden, »die nur schwer wieder heilen«.
Manager Lutz: Führungskräfte hätten "in der Krise auf viel Geld verzichtet. Denen jetzt vorzuwerfen, dass sie sich die Taschen vollstopfen, ist unredlich und schlicht falsch"

Manager Lutz: Führungskräfte hätten "in der Krise auf viel Geld verzichtet. Denen jetzt vorzuwerfen, dass sie sich die Taschen vollstopfen, ist unredlich und schlicht falsch"

Foto: Michael Kappeler / dpa

Der Chef der Deutschen Bahn, Richard Lutz, hat den Umgangston im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL scharf kritisiert. Wie GDL-Chef Claus Weselsky agiere und vor allem rede, sei »absolutes Gift für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Eisenbahnerfamilie«, sagte Lutz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Da werden gerade Wunden geschlagen, die nur schwer wieder verheilen.«

Weselsky unterscheide bei der Bahn zwischen ehrenwerten und unehrenwerten Berufen und meine mit Letzterem auch tausende Führungskräfte. »Diese haben in der Krise auf viel Geld verzichtet. Denen jetzt vorzuwerfen, dass sie sich die Taschen vollstopfen, ist unredlich und schlicht falsch.« Der GDL-Chef versuche bewusst, die Belegschaft zu spalten um seine Mitgliederzahl zu erhöhen.

Weselsky hatte am Mittwoch weitere Arbeitskämpfe in Aussicht gestellt, sollte die Bahn kein verbessertes Tarifangebot vorlegen. Vorerst aber fährt die Bahn seit Mittwoch wieder nach Plan.

sbo/dpa
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