Corona-Konjunkturpaket Deutsche Bahn senkt Fahrpreise um 1,9 Prozent

Als Teil des Corona-Konjunkturpakets senkt die Bundesregierung die Mehrwertsteuer. Davon profitieren ab 1. Juli auch Bahnkunden. Vorerst aber nur im Fernverkehr.
Bahn-Mitarbeiter am Berliner Hauptbahnhof

Bahn-Mitarbeiter am Berliner Hauptbahnhof

Foto: Gero Breloer/ dpa

Ab dem 1. Juli will die Deutsche Bahn Fahrkarten im Fernverkehr um 1,9 Prozent billiger anbieten. "Wir werden die Mehrwertsteuersenkung an unsere Kunden weitergeben", teilte Vorstandsmitglied Berthold Huber mit. Das gelte für alle Super Sparpreis-, Sparpreis und Flexpreis-Tickets sowie für Bahncards und Zeitkarten im Fernverkehr.

Im Nahverkehr entscheidet die Bahn in den meisten Fällen nicht selbst, aber auch hier sollen die Fahrgäste von billigeren Preisen profitieren. Die Große Koalition hatte beschlossen, die Mehrwertsteuer ab 1. Juli bis Jahresende zu reduzieren. Der ermäßigte Satz, der seit Jahresbeginn auch für Bahnfahrkarten im Fernverkehr gilt, soll von sieben auf fünf Prozent sinken.

Wann auch Regio-Tickets günstiger werden, steht noch nicht fest. Man sei in Gesprächen mit Verkehrsverbünden, anderen Betreibern und den Aufgabenträgern, die den Nahverkehr in Deutschland organisieren und finanzieren, hieß es von der Deutschen Bahn.

Fahrgastzahlen dramatisch eingebrochen

Zu Jahresbeginn hatte die Bahn die Fahrpreise im Fernverkehr zum ersten Mal seit 2002 gesenkt. Tickets wurden zehn Prozent billiger, weil auch Fahrten über 50 Kilometer in den Genuss des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes kamen. Als Teil des Corona-Konjunkturpakets senkt die Bundesregierung nun erstmals auch den Mehrwertsteuersatz selbst.

Zugleich soll die Bahn zusätzliche Milliarden erhalten, denn die Fahrgastzahl war ab Mitte März aufgrund der zunehmenden Reisebeschränkungen eingebrochen. Erst allmählich steigen wieder mehr Menschen in die Züge, am Reisewochenende Pfingsten waren es etwa halb so viele wie ein Jahr zuvor. Fünf Milliarden Euro sollen deshalb als Corona-Hilfe ins Eigenkapital des Staatskonzerns fließen. Die Länder bekommen einmalig zusätzliche 2,5 Milliarden Euro für Busse und Bahnen im Regional- und Nahverkehr.

rai/dpa
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