Arbeitskampf des Zugpersonals Streik bei der Deutschen Bahn hat begonnen

Trotz eines neuen Angebots der Deutschen Bahn hält die Lokführergewerkschaft GDL an ihrem dritten und bislang längsten Streik fest – nun müssen Zugreisende wohl fünf Tage lang mit Verspätungen und Ausfällen rechnen.
Verwaiste Gleise am Berliner Hauptbahnhof

Verwaiste Gleise am Berliner Hauptbahnhof

Foto: Paul Zinken / dpa

Trotz eines neuen Angebots der Deutschen Bahn läuft seit dem frühen Donnerstagmorgen die dritte Streikrunde der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im Personenverkehr. Der Arbeitskampf sei wie geplant um 2 Uhr angelaufen, teilte die Streikleitung der Gewerkschaft mit.

Bis voraussichtlich Dienstagmorgen müssen sich Bahnkunden damit vorerst weiter auf starke Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr des Konzerns einstellen. Die Deutsche Bahn hat angekündigt, rund jeden vierten Fernverkehrszug fahren zu lassen . Im Regional- und S-Bahnverkehr soll rund 40 Prozent des sonst üblichen Angebots Bestand haben. Der Güterverkehr wird bereits seit Mittwochnachmittag bestreikt.

GDL-Chef Claus Weselsky wies das neue Angebot der Bahn am Donnerstagmorgen als inakzeptabel zurück und kündigte eine Fortsetzung des laufenden Streiks an. Das Angebot des Managements sei »inhaltlich nicht annehmbar«, sagte Weselsky in der ARD. »Die schlechte Nachricht für Bahnkunden lautet: Der Streik geht weiter.«

Der Bahnführung warf Weselsky »Janusköpfigkeit« vor. Diese Haltung sei mit dem neuen Angebot offensichtlich geworden. Eigentliches Ziel des Managements sei es, die GDL loszuwerden. Die Gewerkschaft werde »natürlich« mit der Bahn weiter verhandeln.

Die GDL hatte am Montag den dritten und bislang längsten Streik im Tarifstreit mit der Bahn angekündigt: Der Ausstand soll demnach am Dienstag um 2 Uhr enden. »Das ist eine der längsten Arbeitskampfmaßnahmen, die wir durchführen, und zwar absichtlich«, sagte Weselsky. Ein unbefristeter Streik stehe nicht zur Debatte.

Mit dem Streik will die GDL ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten Nachdruck verleihen. Die Deutsche Bahn hatte ursprünglich eine deutlich längere Laufzeit von rund 40 Monaten angestrebt. Mit dem neuen Angebot hat sie nun 36 Monate in Aussicht gestellt – sowie eine Coronaprämie von bis zu 600 Euro.

DB-Personalvorstand Martin Seiler hatte am Mittwoch an die GDL appelliert, zurück an den Verhandlungstisch zu kommen und die »unverantwortlichen Arbeitskampfmaßnahmen« zu stoppen. »Wir erfüllen zentrale Forderungen der GDL«, sagte er mit Blick auf das neue Angebot der Bahn.

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Der Arbeitskampf des Zugpersonals hatte schon im August zweimal für einige Tage große Teile des Fern- und Nahverkehrs lahmgelegt und die Reisepläne von Millionen Fahrgästen durchkreuzt. Auch diesmal dürfte der Arbeitskampf wieder neben Hunderttausenden Pendlerinnen und Pendlern zahlreiche Reisende treffen. Die Urlaubssaison läuft, in mehreren Bundesländern sind noch Schulferien.

aar/dpa
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