Deutsche Bank Ackermann will wieder unter die Top Ten

Um die Rendite zu steigern, will Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im kommenden Jahr neue Schwerpunkte setzen. Den Erfolg will er an einer drastisch gesteigerten Rendite messen lassen. Sollte der Plan schief gehen, will Ackermann "personelle Konsequenzen“ ziehen.

Frankfurt am Main - "Falls wir das Ziel nicht erreichen, werden wir strukturelle und personelle Konsequenzen prüfen", sagte Ackermann am Mittwoch bei einer Branchenkonferenz. Zuvor hatte er das Ziel, im kommenden Jahr die Eigenkapitalrendite vor Steuern auf 25 (Erstes Halbjahr 2004: 21) Prozent zu steigern, bekräftigt.

"Wir wollen unser Ziel durch organisches Wachstum erreichen", sagte Ackermann. Hier sieht er noch weiteres Potenzial in der Deutschen Bank  . Er gehe davon aus, dass auch andere große Banken auf Wachstum aus eigener Kraft setzen. Ackermann wollte sich nicht zu möglichen Übernahmen oder Fusionen äußern, schloss diese aber nicht aus, wenn sie im Interesse der Aktionäre sind. "Wenn es uns nicht gelingt, solche Gespräche vertraulich zu halten, ist es uns gar nicht möglich, die Konsolidierung in Deutschland voranzutreiben", sagte Ackermann.

Fusionen machen nur in Grenzen Sinn

In der Vergangenheit seien viele Optionen in der Öffentlichkeit zerredet worden. Das solle nicht wieder passieren. Als Beispiel nannte er die geplatzte Übernahme der Deutschen Postbank  . Die größte deutsche Bank wird von Experten auch immer wieder als möglicher Fusionspartner der etwa gleich großen Credit Suisse   ins Spiel gebracht.

Für eine Konsolidierung des Bankensektors in Europa ist nach Ackermanns Einschätzung allerdings eine stärkere Harmonisierung des europäischen Finanzmarkts notwendig. Andernfalls seien bei möglichen Fusionen nur in geringem Umfang Ertragssynergien zu erschließen. "Es ist unheimlich schwierig, eine Fusion in Europa nur durch mögliche Kosteneinsparungen für die Aktionäre attraktiv zu gestalten", sagte Ackermann.

Um die Abhängigkeit der deutschen Bank vom Kapitalmarkt zu verringern, will Ackermann den Ertragsmix der Bank weiter verbessern. Mittelfristig soll der Bereich PCAM (Privat Clients and Asset Management) mindestens 40 Prozent zu den Erträgen der Bank beisteuern. Im ersten Halbjahr betrug der Anteil 35 Prozent. Die restlichen 65 Prozent kamen aus der Sparte Corporate and Investment Banking (CIB). 2001 hatte CIB noch 70 Prozent zu den Erträgen beigesteuert. Um den PCAM-Anteil weiter zu steigern will die Deutsche Bank in diesem Segment das Wachstum beschleunigen.

Ziel: Die Top-Ten der teuersten Banken

In den einzelnen Regionen wolle die Deutsche Bank in Europa ihre Führungsrolle sichern, sagte Ackermann. In den Vereinigten Staaten, dem weltweit mit Abstand größten Finanzmarkt, sollen die Akquisitions- und Vertriebsaktivitäten gesteigert werden. Im asiatischen Raum will die Deutsche Bank ihr Wachstum forcieren. 2003 hatte das Institut 33 Prozent der Erträge in Deutschland, 30 Prozent im übrigen Europa, 27 Prozent in den USA sowie zehn Prozent in der Region Asien/Pazifik erwirtschaftet.

Ackermann will mit den Wachstumsbemühungen und der angepeilten Renditeverbesserung ein "Re-Rating" der Deutschen Bank erreichen und die Bank wieder zu einer der zehn teuersten Banken der Welt machen. Derzeit hinkt die größte deutsche Bank mit einer Marktkapitalisierung von rund 35 Milliarden Euro deutlich hinter der europäischen und vor allem der US-Konkurrenz hinterher.

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