Deutsche-Bank-Chef Breuer Fusion unter Gleichen war nie geplant

Der Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, hat die Entscheidung des Dresdner-Bank-Vorstands bedauert. Für Verwunderung sorgte seine Aussage, dass eine Fusion unter Gleichen nie vorgesehen war.


Frankfurt am Main - Breuer erklärte, eine gleichberechtigte Partnerschaft sei nie geplant gewesen. Schon unter numerischen Aspekten sei das nicht in Frage gekommen. Dagegen hatten beide Banken zuvor öffentlich mehrfach betont, dass die Fusion als "merger of equals" vonstatten gehen sollte.

Der Deutsche-Bank-Chef bestätigte, dass Meinungsverschiedenheiten um die Zukunft der Dresdner-Bank-Investmentbanking-Sparte Dresdner Kleinwort Benson (DKB) zum Scheitern der Fusion geführt hätten. Die Deutsche Bank habe zunächst den Verkauf der gesamten DKB angestrebt. Als dies auf Widerstand bei der Dresdner Bank gestoßen sei, habe man eine Teilintegration der Investmentbank angeboten. Die Dresdner Bank habe dies aber wiederum abgelehnt. "Durch den gescheiterten Verkauf der DKB fällt ein entscheidender Teil des Wertschöpfungspotenzials weg", sagte Breuer.

Rolf Breuer: Alles bleibt beim Alten
REUTERS

Rolf Breuer: Alles bleibt beim Alten

Zur weiteren Zukunft des in der Bank 24 zusammengefassten Filialgeschäfts sagte Breuer, es bleibe alles so, wie es jetzt sei. Durch den Abbruch der Fusion seien auch die Gespräche mit der Allianz-Gruppe über deren eigentlich geplanten Einstieg in das Filialgeschäft der Bank gegenstandslos geworden. Rücktritte im eigenen Vorstand werde es wegen des Scheiterns des Zusammenschlusses nicht geben. Ebenso wenig werde die Deutsche Bank nach einem neuen Fusionspartner Ausschau halten. Es bestehe kein Handlungszwang.



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