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01. Februar 2001, 13:17 Uhr

Deutsche Bank

Schlechte Noten von Analysten

Mit seinem Rekordergebnis konnte Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer die Analysten nicht begeistern. Ein Investmenthaus hat das Papier sogar heruntergestuft.

Rolf Breuer: Zu früh gefreut?
AP

Rolf Breuer: Zu früh gefreut?

Frankfurt am Main - Das Handelsergebnis im vierten Quartal habe zwar im Rahmen der Erwartungen gelegen, kommentierte Lampe-Analyst Stefan Hentschel den Schritt. Er zeigte sich aber verwundert darüber, dass die Deutsche Bank "die Kostenseite noch nicht in den Griff bekommen hat". Hentschel stufte die Aktie nach der Bekanntgabe der Zahlen für das abgelaufene Jahr heute Morgen bereits von "Kaufen" auf "Outperformer" herunter.

Auch die Provisionszahlungen an die Investmentbanker, die so genannten "Halteprämien ", schlügen negativ durch. In den vergangenen Monaten hätte die Aktie eine "hervorragende Performance" gehabt. Diese werde sie im laufenden Jahr "nicht mehr so ohne weiteres wiederholen können", sagte Hentschel.

Adrian Pilz von Merrill Lynch zeigte sich ebenfalls enttäuscht von der Kostenseite des Ergebnisses. Der Anstieg des Verwaltungsaufwands um 34 Prozent liege deutlich über der Merrill-Prognose, die einen Anstieg von 21 Prozent erwartet hatte. Auch Konrad Becker vom Bankhaus Merck Finck und Co ist vom hohen Anstieg der Verwaltungskosten überrascht. Insgesamt bewertet er die Zahlen jedoch als "sehr gut".

Analyst Hentschel ist ebenso weiter grundsätzlich positiv zur Aktie der Deutschen Bank eingestellt. Das Institut sei eine der wenigen Banken, die auch global tätig sei. "Und von der Marktkapitalisierung sollte die Deutsche Bank auch die Möglichkeit haben, die ein oder andere Bank zu übernehmen", sagte er. Das Papier werde sich weiterhin besser als der Marktdurchschnitt entwickeln.

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