Deutsche Bank Vorstand der Dresdner lässt Fusion platzen

Mit einem großen Knall ist die Megafusion zwischen Deutscher und Dresdner Bank geplatzt. Der Vorstand der Dresdner Bank hat einstimmig beschlossen, den Prozess zum Zusammenschluss mit sofortiger Wirkung abzubrechen.


Zerstritten: Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer und sein Widerpart bei der Dresdner Bank, Bernhard Walter
AP

Zerstritten: Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer und sein Widerpart bei der Dresdner Bank, Bernhard Walter

Frankfurt am Main - Die Dresdner Bank-Führung wirft dem Partner vor, durch ihr Verhalten das Scheitern der Fusion beider Institute ausgelöst zu haben. Es sei ein Zusammenschluss unter gleichen Partnern abgesprochen gewesen. Entgegen der Absprache habe die Deutsche Bank nach der Ankündigung der Fusion gefordert, die Investmentbanking-Sparte Dresdner Kleinwort Benson ganz oder in Teilen zu verkaufen. "Die Deutsche Bank hat durch ihr Verhalten der geplanten Fusion die Vertrauensbasis entzogen", erklärte die Dresdner Bank. Ein Zusammenschluss zu Lasten der eigenen Kunden könne nicht im Interesse ihrer Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter liegen.

Weiter hieß es, die Deutsche Bank sei nicht bereit gewesen, konstruktive Vorschläge in Bezug auf Dresdner Kleinwort Benson aufzunehmen, um den Integrationsprozess im Investmentbanking nach objektiven und rationalen Kriterien zu gestalten. "Sie (die Deutsche Bank) hat eine ausgewogene Integration von Dresdner Kleinwort Benson nach Wortlaut und Geist der getroffenen Absprachen abgelehnt." Daher habe der Vorstand der Dresdner Bank einstimmig beschlossen, den Fusionsprozess mit der Deutschen Bank abzubrechen.

Die beiden Banken hatten ihre geplante Fusion zum weltgrößten Kreditinstitut mit einer Bilanzsumme von 2,5 Billionen Mark erst vor knapp einem Monat bekannt gegeben. Die neue Bank sollte Deutsche Bank AG heißen und die grüne Farbe des Logos der Dresdner Bank tragen. Zuletzt hatte es in Medienberichten geheißen, in beiden Häusern gebe es Widerstand gegen die Fusion.



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