Deutsche Bank Wachovia-Filialen im Visier

Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer will offenbar die US-Bank Wachovia vor eine ungewollten Übernahme schützen. Das tut er nicht ganz uneingennützig.


Neue Kanäle in Amerika: Rolf Breuer
AP

Neue Kanäle in Amerika: Rolf Breuer

Im Übernahmekampf um die amerikanische Filialbank Wachovia erwägt die Deutsche Bank, als weißer Ritter aufzutreten. Das regionale Institut mit Sitz in Atlanta, das an der Börse derzeit mit knapp 15 Milliarden Dollar bewertet wird, betreibt 670 Geschäftsstellen in den Südstaaten und zählt mit 3,8 Millionen Kunden zu den größten US-Banken.

Um das Institut tobt derzeit eine Übernahmeschlacht. Die beiden Finanzhäuser First Union und SunTrust haben jeweils Angebote für Wachovia abgegeben. Wachovia favorisiert First Union, doch SunTrust will einen höheren Preis zahlen. Frankfurter Banker berichten, Wachovia habe die Deutsche Bank gebeten, als so genannter weißer Ritter aufzutreten. Die Deutsche Bank lehnte dazu jeden Kommentar ab.

Ein weißer Ritter tritt in Übernahmekämpfen als Beschützer des angegriffenen Unternehmens auf, indem er beispielsweise eine Sperrminorität von 25 Prozent an der Firma erwirbt. Im Gegenzug, mutmaßen Banker, erhalten die Deutschen Zugang zum Vertriebskanal von Wachovia. Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer hatte in der Vergangenheit mehrfach angekündigt, dass er das Geschäft mit Privatkunden und die Vermögensverwaltung in den USA ausbauen will. Insider berichten, dass Wachovia selbst eine komplette Übernahme durch die Deutsche Bank als mögliche Option in Erwägung ziehe.



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