Branchenkrise Deutsche Bank will jede fünfte Filiale schließen

Deutschlands größtes Geldhaus verschärft seinen Sparkurs. Im kommenden Jahr sollen rund hundert Filialen geschlossen werden.
Hauptquartier der Deutschen Bank

Hauptquartier der Deutschen Bank

Foto: Arne Dedert/ picture alliance/dpa

Die Deutsche Bank will jede fünfte ihrer Filialen in Deutschland schließen. "Wir planen, das Filialnetz im Laufe des kommenden Jahres möglichst rasch auf die Zielgröße von 400 zurückzubauen", sagte ein Sprecher des größten deutschen Geldhauses und bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

Ende vergangenen Jahres hatte die Deutsche Bank 511 eigene Filialen, derzeit sind es nach Angaben der Bank etwas mehr als 500. Zusätzlich stehen den Kunden für einfache Bankgeschäfte wie Überweisungen die 800 Filialen der zum Konzern gehörenden Postbank zur Verfügung.

Filialen schließen will die Deutsche Bank den Angaben zufolge vor allem in städtischen Regionen, wo das Institut mit mehreren Standorten vertreten ist. Der Sprecher betonte: "Wir werden uns nicht aus der Fläche zurückziehen." Für die Kundenberatung will die Bank zusätzlich sogenannte DB Anlagezentren einrichten.

Die gesamte Branche versucht seit Jahren den Spagat zwischen teurem Filialnetz und digitalen Angeboten. Immer mehr Bankkunden wickeln Bankgeschäfte online am heimischen Rechner ab, Beratung findet vielfach telefonisch oder per Videoschalte statt. Die Coronakrise hat der Digitalisierung einen weiteren Schub verliehen. Darum haben auch andere Institute beschlossen, Filialen, die während der Pandemie vorübergehend geschlossen waren, nicht wieder zu öffnen.

ssu/dpa-AFX
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