Deutsche Börse Fast 90 Prozent der Aktionäre stimmen Fusion mit LSE zu

Die Aktionäre der Deutschen Börse freunden sich mit dem Gedanken an eine Fusion mit der Londoner Börse an. Nachdem die Zustimmungshürde zunächst auf 60 Prozent gesenkt werden musste, ist jetzt eine große Mehrheit für einen Zusammenschluss.

Deutsche-Börse-Zentrale in Eschborn
DPA

Deutsche-Börse-Zentrale in Eschborn


Mit breiter Mehrheit haben die Aktionäre der Deutschen Börse dem umstrittenen Zusammenschluss mit der London Stock Exchange (LSE) zugestimmt. 89,04 Prozent aller Deutsche-Börse-Aktien wurden bis zum Ende der am vergangenen Freitag endgültig abgelaufenen Annahmefrist zum Umtausch in Papiere des geplanten Gemeinschaftsunternehmens eingereicht, teilte die Deutsche Börse jetzt mit.

Ende Juli hatte die Annahmequote nur knapp über der Mindestschwelle von 60 Prozent gelegen. Zwischenzeitlich hatten die Frankfurter die Mindestannahmequote für das Angebot von 75 auf 60 Prozent gesenkt.

Der geplante Zusammenschluss der Deutschen Börse mit der LSE war durch das Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union infrage gestellt worden. Kritik gibt es vor allem daran, dass die neue Holding-Gesellschaft ihren Hauptsitz in London haben soll - eines Tages also womöglich außerhalb der EU.

Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter betonte am Mittwoch, dass sich die Unternehmen nun darauf konzentrieren wollten, die notwendigen Genehmigungen für die Fusion zu bekommen. Unter anderem müssen Wettbewerbsbehörden und die Europäische Kommission den Deal genehmigen. Das Geschäft soll Anfang 2017 abgeschlossen sein.

asa/AFP/dpa/Reuters



insgesamt 4 Beiträge
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bollocks1 17.08.2016
1. Brexit heisst Brexit, oder nicht, oder doch...?
Nach meiner Wahrnehmung sind alle Übernahmen oder Zusammenschlüsse mit britischen Unternehmen in den letzen 20 Jahren voll in die Hose gegangen. Und wenn von britischer Seite keine Bedenken geaeussert werden, ist was faul.
bold_ 17.08.2016
2. Brückenkopf
mit B wie Brexit! Schön, daß die Top-Juristen in den Artikel 50 für den Austritt eines Mitgliedsstaats keine Zeitvorgaben eingeflochten haben. So kann in aller Ruhe das beschlossen und umgesetzt werden, was nach einem wirklichen Brexit vielleicht schwieriger wird. Die "Wettbewerbsbehörden und die Europäische Kommission" werden's schon absegnen, denn der "Drache" und seine Drahtzieher haben bereits genickt.
babarella62 17.08.2016
3. Nicht so früh freuen !
Wie schön, dass vor all dem Gejubel noch die Hessische Börsenaufsicht steht, von der ESMA ganz zu schweigen. Herr Kengeters Zeitplan entbehrt jegliche realistische Grundlage !
thequickeningishappening 18.08.2016
4. Mannesmann 2
Ihr wollt es ja so haben (90%)!
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