Deutsche Börse Gigabell vom Neuen Markt gefegt

Der Börsenausschuss hat Gigabell die Zulassung für den Neuen Markt entzogen. Die Papiere des in Insolvenz befindlichen Unternehmens dürfen nur noch bis Freitag gehandelt werden.


Frankfurt am Main - Es ist das erste Mal, dass der Neue-Markt-Ausschuss der Deutschen Börse ein Delisting anordnet. Die Aktie hatte die Zulassung zum Wachstumsmarkt eingebüßt, weil Gigabell trotz "mehrfacher Mahnung" keinen Quartalsbericht für das dritte Jahresviertel eingereicht habe, begründete die Deutsche Börse ihre Entscheidung.

Gigabell ist nun aber automatisch am geregelten Markt der Frankfurter Börse zugelassen, erklärte Frank Hartmann, Pressesprecher der Deutsche Börse. Dennoch könne nicht direkt am Montag wieder mit den Papieren gehandelt werden. Dafür müsse Gigabell gemeinsam mit einem zugelassenen Kreditinstitut einen Antrag stellen, sagte Hartmann.

Das Frankfurter Telekommunikationsunternehmen hatte am 15. September des vergangenen Jahres wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt. Nur 13 Monate nach dem Börsengang waren die gesamten Finanzen aufgezehrt.

Doch Gigabell-Chef Daniel David ließ sich nicht entmutigen und hielt nach einem Investor oder Käufer für seine Firma Ausschau. Die Situation verschlimmerte sich trotzdem zusehends, mehrere Aufsichtsräte legten binnen kürzester Zeit ihre Ämter nieder, Übernahmegespräche platzten reihenweise und der Aktienkurs fiel ins Bodenlose. Seit ihrem Höchststand im März 2000 von 122,50 Euro verlor das Papier fast seinen gesamten Wert: Der Preis lag am Donnerstagmittag bei 60 Cents.



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