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12. Mai 2005, 07:42 Uhr

Deutsche Börse

SPD attackiert "Heuschrecken-Helfer" Merz

Wegen seiner Rolle im Machtpoker bei der Deutschen Börse gerät der CDU-Wirtschaftsexperte Friedrich Merz in die Kritik. Sozialdemokraten werfen ihm vor, sich auf unzulässige Weise mit dem Hedgefonds TCI verbündet zu haben.

Politiker und Anwalt Merz: Kollision der Interessen?
DPA

Politiker und Anwalt Merz: Kollision der Interessen?

Berlin - Er finde das Engagement von Merz hochproblematisch, sagte SPD-Finanzexperte Joachim Poß der "Neuen Presse" in Hannover. Merz war über seine Anwaltspraxis als Berater für den englischen Hedge-Fonds TCI tätig, der den Kampf um die Führung der Deutschen Börse AG gewonnen und den Rücktritt des Börsenchefs Werner Seifert erreicht hatte. Anschließend hatte sich Merz mit Aussagen gegenüber der "Wirtschaftswoche" für den Posten des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Börse ins Gespräch gebracht. TCI soll Merz sogar für den Vorsitz des Gremiums vorgeschlagen haben.

Die Nebentätigkeit des CDU-Bundestagsabgeordneten Merz für einen hochspekulativen Hedge-Fonds werde auch in den Reihen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion als "heikler Vorgang" eingeschätzt, berichtet die "Neue Presse" unter Berufung auf Unions-Kreise.

"Verhalten eines Finanzhais"

Als "fast verantwortungslos" kritisiert die hessische SPD-Bundestagsabgeordnete Nina Hauer die Nebentätigkeit von Merz: "Das Verhalten von Hedge-Fonds ist das eines skrupellosen Finanzhais. Das passt nicht zu einem verantwortungsbewussten Volksvertreter", betonte sie.

Der Bund der Steuerzahler meldet Bedenken wegen der Nebentätigkeit und der damit verbundenen hohen Beanspruchung des Bundestagsabgeordneten Merz an. "Jeder Abgeordnete weiß, dass seine Arbeit auch von den Wählern genau beobachtet wird", sagte der Vizepräsident des Steuerzahlerbundes, Dieter Lau, der "Neuen Presse". Im Zweifel drohe die Abstrafung bei Wahlen.

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