Erholung vom Corona-Einbruch Deutsche Exporte legen um knapp 15 Prozent zu

Die deutsche Exportwirtschaft erholt sich: Deutschland hat im Juni knapp 15 Prozent mehr Waren exportiert als im Mai. Damit liegt sie jedoch noch weit unter dem Vorjahresniveau.
Container-Terminal in Bremerhaven (Archivbild)

Container-Terminal in Bremerhaven (Archivbild)

Foto: Mohssen Assanimoghaddam / DPA

Die deutschen Exporte haben im Juni um 14,9 Prozent gegenüber dem Vormonat zugelegt, teilte das Statistische Bundesamt mit. Deutschland exportierte demnach im Juni Waren im Wert von 96,1 Milliarden Euro, die Importe beliefen sich auf 80,5 Milliarden Euro.

Damit waren die Exporte im Juni 2020 jedoch um 9,4 Prozent und die Importe um 10 Prozent niedriger als im Juni 2019, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilte.

Die Außenhandelsbilanz sinkt damit leicht: Diese schloss im Juni 2020 mit einem Überschuss von 15,6 Milliarden Euro ab. Im Juni 2019 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz noch 16,5 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Überschuss der Außenhandelsbilanz im Juni 2020 bei 14,5 Milliarden Euro. 

Insgesamt hellt sich die Lage der deutschen Exportunternehmen damit weiter auf. Bereits im Mai hatte es einen ersten Hoffnungsschimmer gegeben. Zwar sanken die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahresmonat erneut deutlich um fast 30 Prozent, im Vergleich zum April gab es jedoch ein Plus von 9 Prozent. Aufgrund der Coronakrise waren die Warenausfuhren dramatisch eingebrochen.

Der April hatte bislang den Tiefpunkt markiert. Zeitweise Grenzschließungen, Störungen in der Logistik und Unterbrechungen der Lieferketten wegen der Coronakrise hinterließen tiefe Spuren. Zuletzt spürten die deutschen Exporteure die Erholung der Wirtschaft in vielen Ländern. In der Branche machte sich nach einer Umfrage des Ifo-Instituts im Juli vorsichtiger Optimismus breit.

Tiefe Rezession der deutschen Wirtschaft

Trotzdem steht die gesamte Wirtschaft 2020 vor einer tiefen Rezession. Die EU-Kommission sagt für Deutschland einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 6,3 Prozent voraus und damit den stärksten Einbruch in der Nachkriegszeit. Die Exporte werden nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags wegen der Virus-Pandemie 2020 um 15 Prozent schrumpfen.

In der Industrie gab es jedoch erneut positive Signale. Die Betriebe stellten im Juni laut Statistikamt 11,1 Prozent mehr her als im Vormonat. Die gesamte Produktion - also Industrie, Bau und Energieversorger zusammen - kletterte um 8,9 Prozent und damit etwas stärker als von Experten mit 8,1 Prozent erwartet. 

caw/dpa-AFX
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