Deutsche Post AG Probleme im Briefgeschäft

Der Umsatz der Deutschen Post AG hat im Jahr 2003 erstmals knapp die 40-Milliarden-Euro-Marke überstiegen. Trotzdem muss der Konzern für das vergangene Jahr Rückschläge im Bank- und Briefgeschäft verbuchen.


Zentrale der Deutschen Post in Bonn: Postvorstand will Dividende anheben
DPA

Zentrale der Deutschen Post in Bonn: Postvorstand will Dividende anheben

Bonn - Mit Hilfe des Programms "Star" sparte die Post seit November 2002 insgesamt 432 Millionen Euro ein. Angestrebt worden waren zunächst 350 und zuletzt 400 Millionen Euro. Bis zum Ende des Jahres sollen sich die Einsparungen aus "Star" auf mindestens 700 Millionen erhöhen. Dazu will die Post ihre Verwaltung drastisch verschlanken. Außerdem werde im Briefbereich die Zahl der Niederlassungen im Inland auf 49 von 83 reduziert, kündigte der Konzern heute an.

Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) stagnierte bei 2,98 Milliarden Euro, ein Plus von 0,2 Prozent. Der Konzerngewinn verdoppelte sich gegenüber 2002 von 659 Millionen Euro auf 1,31 Milliarden Euro. Allerdings hatte die Post AG im vergangenen Jahr Strafzahlungen der EU wegen angeblich unzulässiger Subventionen von 907 Millionen Euro zu verkraften gehabt. Rechnet man die Zahlungen jedoch zu dem Gewinn von 2002, sinkt der Gewinn sogar um 256 Millionen. Dennoch schlägt der Post-Vorstand der Hauptversammlung vor, die Dividende um zehn Prozent auf 0,44 Euro pro Aktie anzuheben.

Der Erlös der von der Postbank dominierten Sparte Finanzdienstleistungen ging um 9,9 Prozent auf 7,81 Milliarden Euro zurück. Der Ebita-Gewinn sank um 16,6 Prozent auf 566 Millionen Euro, während der Zinsüberschuss um 10,7 Prozent auf 1,653 Millionen Euro schrumpfte.

Die angeordnete Portosenkung ließ die Einnahmen im Briefgeschäft um 1,6 Prozent auf 11,93 Milliarden Euro schrumpfen. Der Ebita-Gewinn ging um fünf Prozent auf 2,01 Milliarden Euro zurück. Für die Sparte Logistics prognostiziert das Unternehmen einen Anstieg des EBITA um mehr als zehn Prozent.

Zur Verbesserung des Post-Ergebnisses trug vor allem der Bereich Express bei. Dessen Umsatz stieg um 12,3 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte um 51,1 Prozent auf 408 Millionen Euro zu. Logistik verzeichnete ein Umsatzplus von einem Prozent auf 5,9 Milliarden Euro und eine Ergebnisverbesserung um 19,1 Prozent auf 206 Millionen Euro.



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