Deutsche Post AG Zumwinkel bleibt, Dörken muss gehen

Für Uwe Dörken ist die Zeit als zuständiger Vorstand für das US-Geschäft vorbei, er bleibt der Post nach einem Entschluss des Aufsichtsrates als "Sonderbeauftragter" verbunden. Klaus Zumwinkel hingegen wird vier weitere Jahre Chef der Deutsche Post AG bleiben.


Vertragsverlängerung: Klaus Zumwinkel leibt noch vier Jahre
DPA

Vertragsverlängerung: Klaus Zumwinkel leibt noch vier Jahre

Bonn - Viel höher als erwartet fielen für die Deutsche Post AG die Anlaufverluste beim Engagement auf dem amerikanischen Markt aus - und das hat auch Folgen für die Ertragsentwicklung der gesamten Sparten. Statt einer Erhöhung des betrieblichen Ergebnisses um mindestens 20 Prozent sieht die Post jetzt für dieses Jahr einen Rückgang in maximal dieser Größenordnung. Die Post gab den erwarteten Fehlbetrag für 2004 Ende September mit 500 Millionen Euro an - 300 Millionen waren veranschlagt worden. Im dritten Quartal, über das am Donnerstag berichtet worden ist, brach der Gewinn im Expressbereich um fast 68 Prozent auf magere neun Millionen Euro ein. Dass sich aus diesen unbefriedigenden Nebenwirkungen des US-Geschäftes personelle Konsequenzen ergeben würden, kam daher kaum überraschend.

Der für das US-Geschäft zuständige Vorstand Uwe Dörken, 45, heißt es in einer Mitteilung der Post AG ohne weitere Begründungen, "hat sein Mandat als Mitglied des Vorstandes niedergelegt". Er bleibe dem Konzern aber als "Sonderbeauftragter des Vorstandsvorsitzenden" weiterhin verbunden.

Gleichzeitig verlängerte der Aufsichtsrat des Unternehmens am Samstag in Bonn das Mandat von Vorstands-Chef Klaus Zumwinkel, 60, um weitere vier Jahre. Nach einer Mitteilung der Post gilt der Vertrag von Zumwinkel, der seit 1990 an der Spitze steht, bis November 2008.

Dörkens Nachfolger wurde John Mullen ,49, der als neues Mitglied des Vorstandes bis Ende 2008 bestellt wurde. Er verantworte nicht nur das Ressort DHL Express America, sondern auch den Bereich Asia Pacific und andere Wachstumsmärkte. Der Australier Mullen ist derzeit Spitzenmanager von DHL Express Asia Pacific. Zudem wurde die Bestellung von Hans-Dieter Petram als Vorstand für den Unternehmensbereich "Brief" bis zum November 2007 verlängert.

An ihrem langfristig angelegten Engagement auf dem US-Expressmarkt will die Post nichts ändern. Sie hatte über ihre internationale Express- und Logistik-Tochter DHL im Jahr 2003 das US-Unternehmen Airborne übernommen, um auf dem Markt zu expandieren. Dort beherrschen bisher die beiden Platzhirsche Federal Express (FedEx) und United Parcel Service (UPS) das Geschäft. Der Marktanteil von DHL liegt bei etwa acht Prozent.



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