Deutsche Post Börsengang auf europäischer Ebene

Die Deutsche Post will im Herbst offenbar gleich in sechs europäischen Ländern an die Börse gehen. 30 Banken werden die Emission begleiten.


Postfiliale in Frankfurt am Main
DPA

Postfiliale in Frankfurt am Main

Düsseldorf - Nach Angaben aus Analystenkreisen sollen Post-Aktien in Großbritannien, den Niederlanden, Italien, Spanien, Österreich und der Schweiz auf den Markt kommen. Es sei das erste Mal, dass der Eigentümer Bund bei einer Erstemmission auch Privatanleger außerhalb Deutschland anspreche, hieß es. Beim Börsengang der Deutschen Telekom Ende 1996 hatte sich der Bund auf den deutschen Retailmarkt beschränkt. Bei den weiteren Emissionen der Telekom im Sommer 1999 und 2000 wurden allerdings auch in Paris Aktien angeboten. Laut "Financial Times Deutschland" war das Interesse der Anleger dort aber nur verhalten, so dass die Post nicht in Frankreich starten wird.

Die Post möchte mit dem paneuropäischen Börsengang zum einen mehr Privatanleger erreichen. Zum anderen kann sie das durch ihre Werbung kreierte Image des globalen Unternehmens unterstreichen.

Der Start an der Börse soll im Herbst mit einer Fifty-fifty-Aufteilung zwischen privaten und institutionellen Anlegern stattfinden. Inoffiziell ist vom 6. November die Rede. Das Emissionsvolumen aus dem Aktienpaket des Bundes dürfte sich zwischen 25 und 33 Prozent bewegen, und zwar eher in Richtung an das untere Ende. Finanzvorstand Edgar Ernst begründete dieses vergangene Woche damit, dass der Bund noch von künftigen Wertzuwächsen bei der Deutschen Post profitieren möchte. Außerdem sei der Bundesfinanzminister zurzeit wegen der guten Konjunktur und der üppigen Sondereinnahmen aus den UMTS-Mobilfunklizenzen nicht auf die letzte Mark aus der Privatisierung der Post angewiesen.

Der Börsengang der Post wird laut den Experten von einem breiten Konsortium aus rund 30 Banken begleitet. Das Konsortium umfasse alle großen deutschen Institute, darunter die Postbank, sowie ausgewählte ausländische Häuser. Offizielle entsprechende Informationen dürften in Kürze veröffentlicht werden. In der vergangenen Woche habe die Post die erste Analystenkonferenz veranstaltet.



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