Deutsche Post Finanzchef Allan geht im Sommer

Die Deutsche Post muss einen neuen Finanzvorstand suchen. John Allan lässt seinen Vertrag zur Jahresmitte auslaufen, die Nachfolge ist noch offen. An der Börse wird die Nachricht schlecht aufgenommen.


Bonn - Finanzvorstand John Allan verlässt die Deutsche Post Chart zeigen zur Mitte dieses Jahres. Mit diesem Schritt werde Allan zum 30. Juni auf eigenen Wunsch aus dem aktiven Berufsleben ausscheiden, teilte der Konzern am Freitag mit.

Post-Finanzvorstand Allan: Nachfolge ist offen
Post AG

Post-Finanzvorstand Allan: Nachfolge ist offen

Allan, seit 2006 im Vorstand und seit 2007 Finanzchef, habe eine maßgebliche Rolle bei dem Verkauf eines Anteils an der Postbank Chart zeigen an die Deutsche Bank Chart zeigen und dem Ausstieg aus dem defizitären US-Inlandsgeschäft der Expresstochter DHL gespielt. Seine Nachfolge sei noch offen. Der Aufsichtsrat wolle sich damit zu "gegebener Zeit" befassen.

Bis Ende Juni 2009 werde der 60-jährige Allan seine Aufgaben in "vollem Umfang wahrnehmen und danach dem Vorstandsvorsitzenden Frank Appel weiter als Senior Advisor zur Verfügung stehen", hieß es weiter.

Zwar wurde Allans Vertrag auf drei Jahre abgeschlossen und läuft regulär zur Jahresmitte aus. Der Weggang Allans überraschte allerdings viele Beobachter. Schließlich wurde 2007 die neue Kapitalmarktstrategie von ihm entworfen und verkörpert. Damit vollendete er den Kulturwechsel von seinem Vorgänger Edgar Ernst, der bei Analysten in den vergangenen Jahren weniger gut angesehen war. Allan galt bislang mehr als seine beiden Vorstandschefs Klaus Zumwinkel und Frank Appel als das Gesicht der Post für den angelsächsisch geprägten Finanzmarkt.

Zuvor hatte Allan den britischen Kontraktlogistiker Exel aufgebaut und war 2006 im Zuge von dessen milliardenschwerer Übernahme durch die Deutsche Post nach Bonn gekommen. Dort trat er in den Vorstand ein und integrierte das bisherige Logistikgeschäft der Bonner in das sehr viel größere Exel-Geschäft.

Das Analysehaus Equinet bewertet den Rücktritt negativ. "Die Meldung kommt völlig überraschend und ist ganz klar negativ", sagte Analyst Jochen Rothenbacher am Freitag. Offensichtlich gebe es noch keinen Nachfolger, was zeige, dass auch die Post überrascht wurde. Möglicherweise könnte dies auch ein Indiz dafür sein, dass die Ziele nicht erreicht werden. Rothenbacher rechne ohnehin mit einem bereinigten Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 2,25 Milliarden Euro, was unterhalb dem Post-Ziel von 2,40 Miliarden liege.

Allan zeigte sich zuletzt für die Zukunft skeptisch: Das gesamtwirtschaftliche Umfeld werde auch weiterhin schwierig bleiben, sagte er im Herbst. Ein langsameres Wachstum und eine mögliche Rezession in einigen Industriestaaten würden die Geschäftsaussichten für 2009 voraussichtlich massiv beeinflussen.

manager-magazin.de/dpa-afx/ddp



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