Deutsche Telekom Berufsanfänger sollen 40 Prozent weniger Gehalt bekommen

An festen Verträgen lässt sich nachträglich nur noch mit großem Aufwand etwas ändern, das ist auch der Deutschen Telekom klar. Um dennoch die avisierten Sparziele zu erreichen, müssen dafür jetzt andere Zugeständnisse machen: Die Berufseinsteiger.


Bonn - Um seine Wettbewerbsposition zu verbessern, schlage die Deutsche Telekom Chart zeigen für die Bereiche Service, Kundendienst und Netzproduktion ein Jahresgehalt von 20.000 Euro vor, sagte Personalvorstand Karl-Gerhard Eick heute in Bonn. Bislang liegen die Einstiegsgehälter bei 30.000 bis 34.000 Euro. Die geplanten Einschnitte sind Teil eines Sparprogramms, das die Verlagerung von rund 50.000 Mitarbeitern in Servicegesellschaften unter dem Namen T-Service umfasst.

Protest gegen die Sparpläne der Telekom: Scheitern der Verhandlungen nicht ausgeschlossen
DPA

Protest gegen die Sparpläne der Telekom: Scheitern der Verhandlungen nicht ausgeschlossen

Eick verteidigte die geplante zweite Lohnlinie bei T-Service: Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di habe bereits niedrigere Gehälter bei der Mobilfunktochter T-Mobile und der Vertriebsgesellschaft T-Punkte gebilligt, sagte er. Auch bei Wettbewerbern läge die Vergütung deutlich unter dem Niveau der Telekom. "Bliebe es bei den derzeitigen hohen Einstiegslöhnen, könnten wir künftig niemanden mehr einstellen".

Bei Ver.di stießen die Vorschläge der Telekom-Führung auf Kritik: "Das sind drastische Einschnitte, die wir in der Größenordnung nicht akzeptieren können", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft.

Länger arbeiten, weniger Geld

Morgen wollen die Telekom und Ver.di die Verhandlungen über den Konzernumbau fortsetzen und dabei auch über die geplanten Einschnitte bei Berufseinsteigern sprechen. Bei T-Service sollen die Mitarbeiter länger arbeiten und weniger Geld erhalten. Ver.di lehnte das Konzept als Ganzes ab und erneuerte die Streikdrohung: "Wir bereiten den Arbeitskampf vor", sagte der Sprecher. Eick wies Befürchtungen einiger Analysten zurück, dass die Telekom bei einem Streik erneut ihre Prognose senken müsste. "Es gibt keinen Grund, an der Prognose zu zweifeln", sagte er.

Eick schloss ein Scheitern der Verhandlungen nicht aus. "Wir haben uns intern darüber Gedanken gemacht." Für den Fall könnte die Telekom T-Service auch ohne die Zustimmung von Ver.di gründen. Der Telekom-Manager beteuerte indes, dass er als "Optimist" in die Gespräche gehe und eine Einigung für machbar halte. Er verwies dabei auf den harten Wettbewerb auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt. "Um unsere Wirtschaftlichkeit zu erhalten, müssen wir unsere - objektiv vorhandenen - Nachteile bei der Produktivität verbessern."

sam/dpa



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