Deutsche Telekom Neue Pannen bei Telefonrechnungen aufgedeckt

Die Deutsche Telekom hatte über Monate mit gravierenden Softwarefehlern bei der Abrechnung von Gesprächen mit ihrer Inlandsauskunft 11833 zu kämpfen. Dabei könnten Kunden ungerechtfertigt mit hohen Summen belastet worden sein.

Hamburg - Am 21.September 2001 wurden Mitarbeiter der Telekom-Rechnungsstelle erstmals über das Problem informiert:" Durch einen Fehler in der Technik "könne es vorkommen, dass Verbindungen "nicht oder zu spät beendet werden". Die fehlerhaften Verbindungen hätten eine Dauer von mehreren Stunden bis zu einigen Tagen. Es könnten also fälschlicherweise Rechnungsbeträge von mehreren tausend Mark pro Verbindung aufkommen, heißt es in internen Papieren.

Während das Bonner Unternehmen im September Mitarbeiter noch anwies, die "fehlerhaften Verbindungen zu erstatten ",schwenkte der Konzern im April dieses Jahres auf eine andere Linie um: Der 11833-Fehler, heißt es in einer weiteren Anweisung, sei ab Januar 2002 erneut aufgetreten. Die Telekom beschloss daraufhin, dass Verbindungen "bis 60 Minuten nicht fehlerhaft sind" und berechnet werden sollten. Es sei allerdings "mit Kundenbeschwerden zu rechnen ".Die Telekom will jedoch "mit ziemlicher Sicherheit ausschließen", dass der Softwarefehler "bei Verbindungen unter 60 Minuten aufgetreten" sei.

Zweifel an der Zuverlässigkeit der Telekom-Rechnungen nähren auch neue Auswertungen der Meckenheimer Einkaufsgemeinschaft Communitel. Das Unternehmen, dass sich mit der Telekom in einem Rechtsstreit befindet ,hat rund 100 Millionen Gesprächsdatensätze analysiert. Das Ergebnis: Rund 20 Millionen Datensätze enthalten nach Communitel-Analyse "Fehler und Auffälligkeiten ".

Es geht um doppelt berechnete Gespräche, Verbindungen mit Null-Sekunden-Dauer, die zu hohen Gebühren abgerechnet werden und mangelhafte Datensätze, in denen Angaben wie Rufnummer, Zeit oder Ort fehlen. Die Telekom weist die Vorwürfe zurück. Systematische Fehler gebe es nicht. Die Vorgänge bei Communitel seien ein Sonderfall. Der Konzern will aber prüfen, "wie wir unsere Rechnungen verständlicher gestalten".