Deutsche Telekom Regulierer lockert Kontrolle

Die Telekom muss sich die Preise für Telefongespräche in die Türkei künftig nicht mehr vorab von der Regulierungsbehörde genehmigen lassen. Anträge des Unternehmens, auch die Preise für Gespräche in die USA sowie für den Geschäftskundenbereich nach Dänemark freizugeben, wurden dagegen abgelehnt.


Telekom: Gebühren für Gespräche in die Türkei müssen nicht mehr genehmigt werden
AP

Telekom: Gebühren für Gespräche in die Türkei müssen nicht mehr genehmigt werden

Bonn - Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post habe entschieden, dass der ehemalige Monopolist bei Gesprächen in die Türkei keine marktbeherrschende Stellung mehr einnehme, erklärte Chefregulierer Matthias Kurth. Noch keine Entscheidung ist über die Forderung der Telekom gefallen, die Tarife für Geschäftskunden in Berlin aus der Regulierung zu entlassen. Kurth kündigte an, die Behörde werde sich damit erst im Spätsommer oder Herbst befassen, wenn Eckpunkte über die eventuelle Abgrenzung von Teilmärkten diskutiert und beschlossen sind.

Die Entlassung des Telefonverkehrs in die Türkei aus der Regulierung wurde möglich, weil inzwischen eine türkische Telefongesellschaft einen Marktanteil von weit über zehn Prozent erreicht hat. Genauere Zahlen wollte Kurth mit Berufung auf den Schutz von Geschäftsgeheimnissen nicht nennen. Jedenfalls sei der Vorsprung der Telekom gegenüber dem nächsten Wettbewerber inzwischen "relativ gering", was auf einen funktionierenden Wettbewerb hinweise.

Demgegenüber wies Kurth darauf hin, dass für die USA und Dänemark solche Bedingungen noch nicht gegeben seien. Dort hätten die zahlreichen Konkurrenten Marktanteile von jeweils deutlich unter zehn Prozent. Auch die Freigabe für die Türkei stehe unter Vorbehalt. Die Telekom muss der Behörde bis Ende März 2002 über die weitere Entwicklung ihres Marktanteils vierteljährlich berichten. "Dies ist auch ein Praxistest", sagte der Regulierer. Sollte sich wieder eine marktbeherrschende Stellung ergeben, würde nötigenfalls die Regulierung auch dieses Teilmarktes wieder aufgenommen.



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