Deutsche Telekom Ron Sommer will TV-Kabel schnell loswerden

Lange hatte die Telekom den Verkauf der TV-Kabelnetze verschleppt. Angesichts des Schuldenbergs drückt Konzernchef Ron Sommer nun aufs Tempo.


Ron Sommer: Will Telekom-Schulden drücken
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Ron Sommer: Will Telekom-Schulden drücken

Bonn - Bis Mitte des Jahres will Sommer den Verkauf des Fernsehkabelnetzes abschließen. Die Mehrheit an den sechs in ihrer Hand verbliebenen deutschen Regional-Kabelnetzen soll die britisch-amerikanische Investorengemeinschaft Klesch-Liberty-Media erwerben, teilte die Telekom mit. Dazu sei eine Absichtserklärung unterzeichnet worden.

Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. In Presseberichten wird jedoch von bis zu zehn Milliarden Mark ausgegangen. Die T-Aktie legte zwischenzeitlich um mehr als drei Prozent auf gut 26 Euro zu.

Klesch and Co., London, und die US-Firma Liberty Media wollen in den sechs Regionen jeweils die Mehrheit von 55 Prozent mit einer Option auf weitere 20 Prozent minus einer Stimme erwerben. Es handelt sich um die Regionen Bayern, Berlin/Brandenburg, Hamburg/Schleswig-Holstein/Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen/Bremen, Rheinland-Pfalz/Saarland und Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen. In diesen Regionen sind mehr als zehn Millionen Haushalte angeschlossen. Bisher hat die Telekom die Mehrheit an den Kabelnetzen in Nordrhein-Westfalen und Hessen für 5,67 Milliarden Mark verkauft.

In Baden-Württemberg soll der Vertrag mit dem Investor Callahan in den nächsten Monaten mit dem Übergang der Anteilsmehrheit umgesetzt werden. In Branchenkreisen wird auch in diesem Fall ein Verkaufserlös in Milliarden-Höhe für möglich gehalten. Durch den Mehrheitsverkauf der deutschen Fernsehkabelnetze könnte der Bonner Konzern somit mehr Geld einnehmen, als die Lizenzen für die neue Mobilfunkgeneration UMTS in Deutschland gekostet haben. Nach Unternehmensangaben waren dafür 16 Milliarden Mark erforderlich. Der Gesamtwert des Kabelvermögens war in Branchenkreisen auf 30 Milliarden Mark geschätzt worden. Die Telekom bleibt daran langfristig mit 25 Prozent und einer Stimme beteiligt.

Die Investorengruppen wollen das Kabelnetz zu einem Multimedia-Angebot ausbauen. Neben den Fernsehkanälen sollen auch Telefon- und Internetdienste angeboten werden. Dafür sind Investitionen nötig.



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