Unternehmen in Deutschland Welche Branchen 2021 auf ein Comeback hoffen können – und welche nicht

Nach dem Jahr der Extreme in deutschen Wirtschaftsbetrieben kommt – ja was? Von den Autokonzernen bis zur Pharmaindustrie: ein Überblick über die wichtigsten Branchen und ihre Zukunftsaussichten.
Autoverladung in Cuxhaven: Jede Prognose unter dem Vorbehalt von Corona

Autoverladung in Cuxhaven: Jede Prognose unter dem Vorbehalt von Corona

Foto: PATRIK STOLLARZ / AFP

Handelskonflikte, Shutdown – und eine zweite Vollbremsung nach einem hoffnungsvollen Sommer: So lässt sich in Kurzform der Verlauf des vergangenen Corona-Jahres für die deutsche Wirtschaft zusammenfassen. Und es grenzt fast an ein Wunder, dass die Bilanz angesichts der gewaltigen Herausforderungen immerhin noch gemischt ausfällt. Im Herbst 2019 hatten die Experten in ihren Jahresprognosen noch die Unsicherheiten auf dem Weltmarkt und die lähmenden Effekte der Handelsstreitigkeiten mit den USA beklagt. Ungünstige Rahmenbedingungen also und nur noch Aussichten auf ein begrenztes Wachstum. Ein paar Monate später schon hatte sich die Corona-Pandemie bis nach Deutschland vorgefressen, und plötzlich waren sämtliche Konjunkturanalysen Makulatur.

Mit Beginn des Shutdowns ging es eigentlich nur noch darum, wie die Wirtschaft den Tiefschlag wohl verkraften würde – ob sich der Grad der Erholung als V darstellen würde oder – weniger günstig – als W. Oder gar als L, also mit minimalen Aussichten für eine baldige Rückkehr zum zuvor erarbeiteten Wohlstand.

Inzwischen sehen die Experten klarer, auch wenn jede Prognose unter den Vorbehalt von Corona-bedingten Unwägbarkeiten gestellt wird. Doch Ökonomen, Forschungsinstitute und Verbände sind ebenso wie die Wirtschaftsweisen zuversichtlich, dass die deutsche Wirtschaft schon in diesem Jahr wieder wächst. Für 2021 sagt der Sachverständigenrat 4,9 Prozent voraus. Allerdings: »Eine Rückkehr auf das Niveau des BIP vor der Pandemie ist nicht vor dem Jahr 2022 zu erwarten.«

Viel wird davon abhängen, wie die Wirtschaft den Shutdown zur Bekämpfung der zweiten Infektionswelle verkraftet. Der zunächst verordnete »Shutdown light« habe längst nicht so große Schäden in der Wirtschaft verursacht wie der Frühjahrs-Shutdown, erklärt Michael Hüther, Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft. Wobei er einräumt, dass nicht alle Branchen in gleicher Weise von den Beschränkungen betroffen sind. So führten insbesondere die Verschärfungen im Dezember zu massiven Umsatzausfällen für die innerstädtischen Einzelhändler im so wichtigen Weihnachtsgeschäft. Gastronomen, Hoteliers, Veranstalter und Künstler hätten praktisch ein temporäres Berufsverbot.

Den Flurschaden, den so ein Berufsverbot anrichtet, sehen viele Ökonomen recht mitleidlos. Kreative Zerstörung, so ihr Credo, habe schon immer einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung geleistet. Aus rechtlicher Sicht, und auch um des gesellschaftlichen Zusammenhalts willen, sei allerdings ein Ausgleich für die Branchen geboten, denen durch die Corona-Auflagen die größere Last zur Bewältigung der Krise aufgebürdet worden sei. Die Diskussion darüber, wie die Lasten verteilt werden, dürfte wohl noch eine Weile anhalten.

Doch wie sieht es in den einzelnen Wirtschaftszweigen eigentlich konkret aus? Welche sind bislang gut durch die Krise gekommen und welche weniger? Und was erwartet sie im neuen Jahr? Lesen Sie hier die Analysen der SPIEGEL-Experten. Klicken Sie dafür auf die einzelnen Branchen.

Die wichtigsten Branchen und ihre Zukunftsaussichten