0,0 Prozent Wachstum Deutsche Wirtschaft stagniert zum Jahresende 2019

Die deutsche Wirtschaft tritt auf der Stelle - im vierten Quartal des vergangenen Jahres verzeichnete das Statistische Bundesamt beim Bruttoinlandsprodukt ein Wachstum von 0,0 Prozent.
Ein Turbinenwerk in Sachsen

Ein Turbinenwerk in Sachsen

Foto: Sebastian Kahnert/ picture alliance/dpa

Die deutsche Wirtschaft ist in den letzten drei Monaten 2019 wegen sinkender Exporte nicht mehr gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte im vierten Quartal im Vergleich zum Vorquartal bei 0,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Ökonomen hatten damit gerechnet, dass Europas größte Volkswirtschaft um 0,1 Prozent zulegt. Allerdings fiel das Wachstum im dritten Quartal mit revidiert 0,2 Prozent etwas größer aus als bislang mit 0,1 Prozent angegeben.

Gedämpft wurde die Konjunktur vom Außenhandel, da die Exporte von Waren und Dienstleistungen schrumpften, während die Importe zulegten. Zeitgleich kamen auch aus dem Inland gemischte Signale: "Sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben verloren nach einem sehr starken dritten Quartal zum Jahresende deutlich an Dynamik", betonten die Statistiker. Währenddessen sei in Ausrüstungen wie Maschinen "deutlich weniger investiert" worden, während die Bauausgaben weiter zulegten.

Dabei bleibt der Arbeitsmarkt "überraschend robust"

Für das gesamte Jahr 2019 ergibt sich nach den neuen Zahlen allerdings ein preisbereinigtes Wachstum des BIP von 0,6 %. Für 2020 rechnet die Bundesregierung mit einem Plus von 1,1 Prozent - auch weil dieses Jahr mehr Arbeitstage zählt. Allerdings hat sich mit dem Ausbruch der Coronavirus-Epidemie in China - Deutschlands größer Handelspartner - ein weiteres Risiko für die exportabhängige deutsche Wirtschaft hinzugesellt. Weitere Risiken sind die Handelskonflikte, die schwache Weltkonjunktur und der Brexit.

Nach Ansicht des Ökonomen Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sei die Stagnation im vierten Quartal nach den schwachen Zahlen zur Industrieproduktion zu befürchten gewesen. "Die Aussichten für 2020 sind alles andere als gut", sagte er. "Bei all dem ist erstaunlich, wie robust etwa der Arbeitsmarkt noch ist." Die Frage sei, wie lange das noch so weitergehe.

caw/Reuters/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.