Konjunktur Deutsche Wirtschaft wächst im dritten Quartal um 8,2 Prozent

Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal nach dem historischen Einbruch in der Coronakrise um 8,2 Prozent gewachsen. Für das Gesamtjahr hebt Wirtschaftsminister Altmaier die Prognose sogar leicht an.
Containerterminal Hamburg

Containerterminal Hamburg

Foto: Christian Charisius / DPA

Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal nach dem historischen Einbruch in der Coronakrise wieder deutlich gewachsen. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte, legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Dreimonatszeitraum von Juli bis September um 8,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Im Vergleich zum vierten Quartal 2019, dem Quartal vor der globalen Coronakrise, lag das BIP demnach aber um 4,2 Prozent niedriger.

Getragen wurde das Wachstum im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal den Angaben zufolge von höheren privaten Konsumausgaben und stark gestiegenen Exporten. Zudem investierten Unternehmen mehr in Maschinen und andere in Ausrüstungen.

Im zweiten Vierteljahr war das BIP dramatisch eingebrochen, nachdem das öffentliche Leben Corona-bedingt in weiten Teilen heruntergefahren worden war. Bereits zum Jahresanfang war die Wirtschaftsleistung in Europas größte Volkswirtschaft gegenüber dem Vorquartal gesunken.

Das Tempo der Erholung hatte zuletzt allerdings nachgelassen. Steigende Corona-Neuinfektionen und der jüngst beschlossene Teil-Shutdown im November könnten den Aufschwung Ökonomen zufolge zum Jahresende ausbremsen. Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, Gabriel Felbermayr, erwartet deutliche wirtschaftliche Einbußen für die deutsche Volkswirtschaft.

Erfolg im Kampf gegen Corona Bedingung

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gibt sich jedoch überzeugt, dass die Konjunktur auf Jahressicht trotz des Teil-Shutdowns im November stärker anzieht, als ursprünglich gedacht. Wie das Wirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mitteilte, wird mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland von 5,5 Prozent gerechnet. Anfang September hatte das Wirtschaftsministerium noch ein Minus von 5,8 Prozent vorhergesagt. Ende April war noch mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland von 6,3 Prozent gerechnet worden.

Eine wichtige Einschränkung macht der Minister aber doch: "Nur wenn es uns gelingt, die Kurve der Neuinfektionen wieder abzuflachen, kann sich der Erholungsprozess unserer Wirtschaft dauerhaft fortsetzen und schwerer Schaden für Unternehmen und Beschäftigte verhindert werden", erklärte er.

Bund und Länder hatten am Mittwoch die härtesten Maßnahmen seit dem großen Lockdown im Frühjahr beschlossen. Ab Montag sollen unter anderem Restaurants, Kinos und Theater für den gesamten Monat November schließen. In dieser Zeit dürfen sich auch nur wenige Menschen privat und in der Öffentlichkeit treffen. Hotels dürfen keine Touristen mehr aufnehmen.

Nach dem Ende des harten Lockdowns sei es im Mai und Juni zunächst zu einer sehr kräftigen Belebung der deutschen Wirtschaft gekommen, so das Ministerium. Bei wieder verbesserter Auslastung habe sich die Erholung verlangsamt, aber unterstützt durch umfangreiche Konjunkturmaßnahmen der Bundesregierung fortgesetzt. Zugleich hieß es: "Die wirtschaftliche Erholung steht und fällt aber mit der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens." Für das kommende Jahr 2021 rechnet Altmaier mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 4,4 Prozent, für das Jahr 2022 mit 2,5 Prozent. Das Vorkrisenniveau würde demnach frühestens zum Jahreswechsel 2021/2022 wieder erreicht werden.

mik/dpa