Geringste Einfuhren seit 1992 Deutschland braucht immer weniger Rohöl

Deutschland braucht deutlich weniger Rohöl: Die Einfuhren aus dem Ausland sind auf dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Ein Grund: Heizöl hat immer weniger Bedeutung.

Ölleitungen einer Raffinerie im brandenburgischen Schwedt
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Ölleitungen einer Raffinerie im brandenburgischen Schwedt


Deutschland hat im vergangenen Jahr so wenig Rohöl eingeführt wie nie seit 1992. Gut 84,8 Millionen Tonnen des wichtigen Rohstoffs, der zum Beispiel zu Heizöl und Sprit verarbeitet wird, wurden 2018 aus dem Ausland eingekauft, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Damit sank die importierte Menge im dritten Jahr in Folge: 2016 waren es noch rund 91,8 Millionen Tonnen, 2017 knapp 90 Millionen Tonnen. Am meisten Öl wurde im Jahr 2005 eingeführt: Damals lag die Menge bei 114,5 Millionen Tonnen.

Grund für den Rückgang ist laut Statistischem Bundesamt zum einen der insgesamt rückläufige Endenergieverbrauch sowie die erhebliche Abnahme der Bedeutung von Heizöl.

Den vollständigen Bericht des Statistischen Bundesamts finden Sie hier.

Weiter mit Abstand wichtigster Öllieferant für Deutschland ist Russland. Mit rund 29,2 Millionen Tonnen bezog Deutschland 2018 gut ein Drittel seines Öls von dort. Aus Norwegen kamen knapp neun Prozent (rund 7,6 Mio Tonnen), aus Libyen rund 8,6 Prozent (rund 7,3 Mio Tonnen) der gesamten Importmenge. Für alle drei Lieferländer notiert das Statistische Bundesamt insgesamt aber deutlich sinkende Liefermengen.

Gewachsen ist hingegen die Bedeutung der USA: In der Rangliste der wichtigsten Lieferländer rangieren die Vereinigten Staaten inzwischen auf Platz 7. Saudi-Arabien, das nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) der weltweit größte Erdölexporteur ist, hat als Öllieferant für Deutschland stark an Bedeutung verloren. Im vergangenen Jahr bezog Europas größte Volkswirtschaft von dort gut 1,4 Millionen Tonnen Rohöl. Das waren gerade einmal 1,7 Prozent der gesamten Rohöleinfuhren. 2006 war das Volumen saudischer Öllieferungen noch doppelt so groß gewesen.

beb/dpa



insgesamt 19 Beiträge
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esboern 20.09.2019
1. Hauptsache
die Rechnung für das eingeführte Rohöl wird immer höher, obwohl die eingeführte Menge zurück geht, im Bayerischen Rundfunk habe ich vor kurzen jedoch ganz andere Lieferländer gehört, wem kann man da nocht ernst nehmen?
chrimirk 20.09.2019
2. Rohöl aus den USA?
Geschieht das aus Gefälligkeit (weil man ja heutzutage aus den USA nichts vernünftiges Importieren kann, die haben doch nix!) oder als Dauereffekt aus dem II-ten Weltkrieg (wie die US-Stationierungskräfte + ABC-Arsenal)? Und kostet das US-Rohöl ähnlich viel wie das russische, norwegische ...? Wer weiss da was?
Freddie-58 20.09.2019
3. Reife Leistung!
Dann sind wir heute auf demselben Stand wie 1992? Und das trotz der Milliardeninvestitionen? Reife Leistung! Somit sind wir, über den Daumen gerechnet, im Jahre des Herrn 2348 Erdölfrei! Bravo!
oidamo 20.09.2019
4. Hauptsache?
Zitat von esboerndie Rechnung für das eingeführte Rohöl wird immer höher, obwohl die eingeführte Menge zurück geht, im Bayerischen Rundfunk habe ich vor kurzen jedoch ganz andere Lieferländer gehört, wem kann man da nocht ernst nehmen?
Ich verstehe nicht, wo der Widerspruch sein soll. Andere Länder werden wohl mehr Öl importieren, d.h. weltweit ist die Nachfrage seit 2006 wohl gestiegen, was ein Grund für höhere Preise ist, zusammen mit Faktoren wie Fördermenge, Krisenherde in den Förderregionen, womöglich erschwerte Förderbedingunen etc. Und dass Deutschland noch aus anderen als den im Artikel beispielhaft aufgezählten Ländern Öl importiert, ist ebenfalls klar und auch der verlinkten Seite des Statistischen Bundesamts zu entnehmen.
kuschl 20.09.2019
5. Der Rohstoff Rohöl
Rohöl wird in der Zukunft viel zu wertvoll als Grundstoff für chemische Produkte sein als dass man es durch den Vergaser oder die Einspritzpumpen der Autos jagt.
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