DIW-Schätzung Mehr als eine Million Menschen versorgen sich bei Tafeln

Steigende Preise sorgen für einen Ansturm auf die Tafeln. Ein Viertel der Menschen, die von aussortierten Lebensmitteln profitieren, sind Forschern zufolge Kinder.
Frauen versorgen sich in Frankfurt am Main mit Essen bei einer Tafel

Frauen versorgen sich in Frankfurt am Main mit Essen bei einer Tafel

Foto: Boris Roessler/ DPA

Mehr als eine Million Menschen in Deutschland versorgen sich nach einer Schätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) auch an Tafeln mit Lebensmitteln. Das Institut bezifferte die Zahl am Mittwoch auf knapp 1,1 Millionen und bezog sich auf eine Umfrage aus dem Jahr 2020.

Drei Viertel der Menschen, die Tafeln nutzten, leben nach der DIW-Umfrage von Grundsicherung. Viele seien von Armut bedroht und gesundheitlich beeinträchtigt. Besonders häufig nutzen Alleinerziehende und Paare mit Kindern die Tafeln. Ein Viertel der Menschen, die von den Tafeln profitierten, seien Kinder.

Die Tafeln selbst gehen inzwischen von deutlich mehr als zwei Millionen Kundinnen und Kunden aus. Steigende Preise und der Bedarf von Flüchtlingen führten zu hohem Andrang in den Ausgabestellen.

Die bundesweit rund 960 Tafeln verteilen an Bedürftige Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können. Mehrere der Tafeln hatten vor wenigen Monaten gewarnt, sie gerieten an ihr Limit aufgrund der gestiegenen Nachfrage.

Zugleich findet eine Debatte über weniger Verschwendung von Lebensmitteln europaweit statt. So hatte Spanien angekündigt, die Lebensmittelvergeudung gesetzlich verbieten zu wollen.

kig/dpa
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