Deutschland-Prognose EU sieht 2006 nur schlappes Wachstum

Die EU-Kommission senkt ihre Erwartungen für das Wachstum in Deutschland. In ihrer aktuellen Prognose geht sie für 2006 nur noch von einem kleinen Plus bei der Wirtschaftskraft aus.

Berlin - Für 2005 erwarte die Kommission zwar weiterhin wie bisher ein reales Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent in Deutschland, schreibt das "Handelsblatt". Für 2006 prognostizieren die Kommissionsvolkswirte aber nur noch 1,2 Prozent - 0,4 Prozentpunkte weniger als noch im Frühjahr geschätzt.

2007 dürfte es dann mit einem Wachstum von 1,7 Prozent zu einem moderaten Aufschwung in Deutschland kommen, heißt es dem Blatt zufolge in der Prognose, die offiziell heute veröffentlicht wird. Allerdings: Bei ihren Berechnungen hat die EU die im Koalitionsvertrag festgelegten Maßnahmen zur Konjunkturbelebung und Etatsanierung noch nicht berücksichtigt.

Ohne das schwarz-rote Konsolidierungspaket erwarte die Kommission nur einen sehr verhaltenen Abbau des deutschen Defizits, berichtet die Zeitung. Nach 3,9 Prozent in diesem Jahr dürfte die Defizitquote im kommenden Jahr auf 3,7 Prozent und 2007 auf 3,3 Prozent sinken. Deutschland würde dann das sechste Mal in Folge den Maastricht-Vertrag verletzen.

Vergangene Woche hatte Währungskommissar Joaquin Almunia Deutschland gemahnt, spätestens 2007 das Defizit wieder unter die zulässige Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu drücken. Berliner Koalitionskreise hätten betont, die deutsche Defizitquote werde 2007 auf zweieinhalb Prozent sinken, wenn alle verabredeten Maßnahmen zur Etatsanierung umgesetzt würden. Für 2006 sei eine Defizitquote von dreieinhalb Prozent zu erwarten.