Netto im Monat Über ein Viertel der Rentner muss mit weniger als tausend Euro auskommen

Knapp fünf Millionen Rentner haben jeden Monat nur einen dreistelligen Geldbetrag zur Verfügung. Manche beziehen sogar Grundsicherung, damit ihnen genug zum Leben bleibt.
Seniorenpaar auf einer Bank an der Elbe

Seniorenpaar auf einer Bank an der Elbe

Foto: Christian Charisius / picture alliance/dpa

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden veröffentlichte am Donnerstag die Zahlen für 2021: Mehr als ein Viertel der Rentnerinnen und Rentner in Deutschland hat ein monatliches Nettoeinkommen von weniger als tausend Euro zur Verfügung, das betrifft 4,9 Millionen Menschen. Damit fallen 27,8 Prozent der Rentenbeziehenden unter diese Schwelle. Bei Frauen war der Anteil mit 38,2 Prozent deutlich höher – bei Männern waren es nur 14,7 Prozent.

Ältere Menschen sind deutlich häufiger erwerbstätig als noch vor zehn Jahren. So arbeiteten 2021 nach Angaben der Statistiker 12,9 Prozent der 65- bis unter 75-Jährigen. Zehn Jahre zuvor waren es noch sieben Prozent. Wer einen Hochschulabschluss hatte, war häufiger erwerbstätig, außerdem war der Anteil unter den Männern höher als unter den Frauen.

Für 40,8 Prozent der älteren Erwerbstätigen war die ausgeübte Tätigkeit die vorwiegende Quelle des Lebensunterhalts. Für die Mehrheit der 65- bis unter 75-jährigen Erwerbstätigen (55,9 Prozent) war dieses Einkommen aber ein Zuverdienst, sie lebten in erster Linie von ihrer Rente beziehungsweise von ihrem Vermögen.

Mehr Rentner mit Grundsicherung im Westen

Eine wachsende Zahl älterer Menschen ist auf staatliche Unterstützung angewiesen: 589.000 über der Altersgrenze erhielten im Dezember 2021 Grundsicherung im Alter, im Jahr davor waren es nur 564.000. Allerdings hat sich der Anteil der Seniorinnen und Senioren, die Grundsicherung im Alter erhalten, über die Jahre kaum verändert. 2021 lag er bei 3,4 Prozent. Die Quote unterscheidet sich zwischen den westdeutschen und ostdeutschen Bundesländern. Im Westen beträgt sie 3,7 Prozent, im Osten 2,2 Prozent.

In Deutschland leben immer mehr Seniorinnen und Senioren. Die Zahl der Menschen, die 65 Jahre und älter sind, wuchs von 16,6 Millionen im Jahr 2011 auf 18,4 Millionen 2021. Das entspricht einer Zunahme von 11 Prozent. Gleichzeitig nahm die Bevölkerung insgesamt um 3,6 Prozent zu.

mamk/dpa
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