Konjunktur Bundesregierung optimistisch für Wirtschaftsaufschwung

Im Sommer ist die deutsche Wirtschaft deutlich gewachsen und inzwischen fast wieder so stark wie vor der Krise. Auch für den Winter ist die Regierung optimistisch - trotz der jüngsten Corona-Maßnahmen.
Containerumschlag in Hamburg: Außenhandel als Wachstumsmotor

Containerumschlag in Hamburg: Außenhandel als Wachstumsmotor

Foto: Christian Charisius/ dpa

Die deutsche Wirtschaft dürfte nach Einschätzung der Bundesregierung trotz der jüngsten Corona-Maßnahmen weiter deutlich wachsen. Nach einem Boom im dritten Quartal ist das Bruttoinlandsprodukt beinahe schon wieder so stark wie vor der Krise. Das geht aus dem Corona-Wochenbericht des Bundeswirtschaftsministeriums hervor, der dem SPIEGEL vorliegt. Demnach erhöhte sich die Wirtschaftsleistung von Juli bis September um 8,2 Prozent – und erreichte damit nahezu 96 Prozent des Vorkrisenniveaus aus 2019.

Vor allem der private Konsum sowie Investitionen der Unternehmen, etwa in Maschinen, sowie der Außenhandel sorgten für Belebung. Der Aufholprozess habe sich  seit August zwar verlangsamt, schreiben die Beamten von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), insgesamt aber habe sich das Wachstum »bis in den Oktober fortgesetzt«.

Auch für das vierte Quartal ist das Wirtschaftsministerium optimistisch. Durch die aktuellen Maßnahmen zur Kontakteinschränkung erfahre der Aufschwung zwar einen »Dämpfer«. Solange die Maßnahmen zeitlich begrenzt blieben, spreche aber wenig dafür, dass der Aufholprozess insgesamt abbreche. »Die Konjunkturindikatoren in Gänze haben sich jedenfalls, wenn auch mit einzelnen Abstrichen, bis zuletzt weiter aufgehellt.«

Ein ebensolches Bild zeichnen die Daten der Welthandelsorganisation (WTO). Demnach hat sich die Wirtschaft deutlich von dem coronabedingten Einbruch im Frühjahr erholt. Im Sommer seien viele wirtschaftlichen Beschränkungen gelockert worden, was den Handel gestützt habe. Es sei aber unklar, ob sich die Erholung angesichts der wieder steigenden Zahl von Neuinfektionen fortsetze.

Das Barometer für den Weltwarenhandel stieg von 84,5 Punkten im August auf 100,7 Punkte im November. Bei einem Wert von über 100 Punkten signalisiert der Indikator ein Wachstum des Welthandels, das über dem Trend liegt. Dies dürfte sich allerdings so nicht fortsetzen, auch weil Nachholeffekte ausgelaufen seien. 

Im kommenden Jahr rechnen die Analysten mit einen Anstieg des Welthandels um 7,2 Prozent. Damit wäre das Vorkrisenniveau jedoch noch nicht erreicht. 

sbo/ssu
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