Devisen Euro rutscht auf 19-Monats-Tief

Der Euro verliert gegenüber dem Dollar weiter an Wert: Am Vormittag notierte die Gemeinschaftswährung auf dem tiefsten Stand seit Beginn 2007. Auslöser sind trübe Wachstumsaussichten und die Forderung des Fed-Chefs Ben Bernanke nach einem neuen US-Konjunkturpaket.


Frankfurt am Main - Der Euro ist immer weniger wert. Gegen 10.30 Uhr notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,3214 Dollar - dem tiefsten Stand seit 19 Monaten. Seit dem 15. Juli hat der Euro gegenüber dem Dollar fast 30 Cent an Wert verloren. Damals markierte er mit 1,6039 Dollar ein neues Allzeithoch.

Europäische Zentralbank in Frankfurt: Drastischer Wertverlust für die Gemeinschaftswährung
DPA

Europäische Zentralbank in Frankfurt: Drastischer Wertverlust für die Gemeinschaftswährung

Händlern zufolge verlor die Gemeinschaftswährung unter anderem wegen der trüben Wachstumsaussichten für die Euro-Zone. Auch Meldungen über den Zahlungsverzug der isländischen Bank Kaupthing bei Bonds wurden für das Abrutschen des Euro verantwortlich gemacht. Mit dieser Nachricht sei die Risikoversion gestiegen, was umgehend zum Abzug von Euro-Assets und eine Flucht in Dollar und Yen gesorgt habe.

Als Hauptgrund nannten Insider aber die Forderung des US-Notenbankchefs Ben Bernanke nach einem neuen US-Konjunkturprogramm. Bernanke hatte gegenüber dem Haushaltsausschuss des US-Repräsentantenhauses am Montag (Ortszeit) gesagt, ein Konjunkturprogramm des US-Kongresses "scheine angemessen" angesichts der Gefahr eines anhaltenden Wirtschaftsabschwungs in den USA.

Mit seinen Äußerungen im Haushaltsausschuss stellte Bernanke sich hinter Forderungen der US-Demokraten. Die Partei hatte eine weitere Konjunkturstütze im Umfang von bis zu 150 Milliarden Dollar ins Gespräch gebracht. Präsident George W. Bush zeigte sich grundsätzlich aufgeschlossen. "Wir sind offen für Ideen und werden uns anschauen, was auf den Tisch kommt", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, am Montag.

Der US-Kongress hatte Anfang des Jahres ein erstes Konjunkturprogramm mit einem Gesamtvolumen von 168 Milliarden Dollar verabschiedet, das vor allem Steuergeschenke beinhaltete.

ssu/AFP/ddp/Reuters



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