Devisenhändler Stimmung beim Euro ist "extrem schlecht"

Der Kurs den Euro nähert sich gefährlich der Marke von 90 US-Cent. Händler wollten neue Tiefstmarken nicht ausschließen.


Frankfurt am Main - "Ich sehe einen Test der Marke 90 Cent für heute als durchaus möglich an", sagte ein Münchner Händler. Ein Frankfurter Kollege wollte diese Erwartung nicht bestätigen, sagte aber, der Euro könne leicht wieder auf sein Allzeittief von 90,60 Cents absinken. "Wir befinden uns im Niemandsland", sagte ein Händler und meinte damit die große Unsicherheit über die weitere Kursentwicklung.

Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank äußerten sich unterschiedlich zur Situation des Euro. Bundesbankpräsident Ernst Welteke hält einen Kurs des Euro deutlich unter 90 Cents für "eigentlich kaum vorstellbar". Die Märkte würden die fundamentalen Wirtschaftsdaten Europas nicht hinreichend zur Kenntnis nehmen, sagte Welteke. Das deutsche EZB-Ratsmitglied betonte zudem, Ziel der EZB sei es, Preisstabilität und Wachstum sicherzustellen und nicht Wechselkurspolitik zu betreiben. Nach den Worten des niederländischen Zentralbankpräsidenten Nout Wellink ist die EZB über die Euro-Schwäche und seine Auswirkungen auf die Inflation sehr besorgt. "Eine schwache Währung kann die Inflation treiben. Das Niveau des Euro ist viel zu niedrig", sagte Wellink.



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