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DGB greift nach FDGB-Vermögen

aus DER SPIEGEL 51/1990

Der DGB will sich auf dem Umweg über die gewerkschaftsnahe Frankfurter Bank für Gemeinwirtschaft (BfG) einen Teil des Vermögens des früheren DDR-Gewerkschaftsbundes FDGB einverleiben. Anfang September hatten die Manager des Bankinstituts, das noch immer zu knapp 50 Prozent westdeutschen Gewerkschaften gehört, dem finanziell klammen FDGB Kredite über 90 Millionen Mark zugesagt. Mit dem Geld sollten Sozialpläne für die rund 8000 entlassenen FDGB-Funktionäre bezahlt werden. Als Sicherheit verlangten die BfG-Banker vier Gebäude des ehemaligen FDGB in attraktiven Innenstadtlagen Ost-Berlins. Außerdem müssen die Nachlaßverwalter der ehemaligen Ost-Gewerkschaften üppige Zinsen bezahlen. Nun wollen die BfG-Manager noch mehr herausholen. Die Frankfurter Banker zahlten bislang nur 37 Millionen Mark aus. Den Rest wollen sie erst herausrücken, wenn die Ost-Gewerkschafter der BfG weitere Immobilien abtreten. Kann der FDGB die Kredite nicht zurückzahlen, was sehr wahrscheinlich ist, fallen die Gebäude an die BfG. Die FDGB-Funktionäre müssen dem Druck der Gewerkschaftsbanker wohl oder übel nachgeben, eine Alternative gibt es nicht: Andere Banken wollen mit der diskreditierten Organisation keine Geschäfte machen.

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