Dickes Ertragsplus Bundesbank überweist Milliardengewinn an Steinbrück

Große Freude für den Finanzminister: Die Bundesbank hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von 4,2 Milliarden Euro eingefahren - 45 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Geld kommt zum Großteil dem Bundeshaushalt zugute.


Frankfurt am Main - "Der Gewinnanstieg ist vor allem auf das gestiegene Zinsniveau im Euro-Raum zurückzuführen", teilte die Bundesbank heute mit. "Dies reflektiert das anhaltende Wirtschaftswachstum in Europa", sagte Bundesbank-Präsident Axel Weber bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Im Vorjahr hatte die Bank einen Gewinn von lediglich 2,9 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Finanzminister Steinbrück: 3,5 Milliarden Euro für den Bund
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Finanzminister Steinbrück: 3,5 Milliarden Euro für den Bund

Haupteinnahmequelle sind den Angaben zufolge die Zinserträge gewesen. Der Nettozinsertrag belief sich für 2006 auf rund 5,4 nach 3,8 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2005. Die Kursschwankungen des Dollar hätten sich in diesem Jahr kaum auf das Ergebnis niedergeschlagen. Die Erträge der Zentralbank stammen von Währungsreserven, die in US-Staatsanleihen gehalten werden, sowie von Refinanzierungsgeschäften mit den Geschäftsbanken. Gleichzeitig ging der größte Ausgabeposten der Bundesbank, die Personalkosten, von 970 auf 902 Millionen Euro zurück.

Nach den Haushaltsregeln stehen vom Bundesbankgewinn eines Jahres 3,5 Milliarden Euro dem Bund und damit Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) zu, darüber hinausgehender Gewinn muss zum Abbau von Schulden der ehemaligen DDR verwendet werden, die im Erblastentilgungsfonds gesammelt sind. Den bisher höchsten Gewinn verzeichnete die Bundesbank 1997 mit 12,4 Milliarden Euro. Dollar-Schwäche und niedrige Zinsen hatten den Überschuss 2003 und 2004 auf weit unter eine Milliarde Euro gedrückt.

Die Bundesbank hatte nach der Euro-Bargeldeinführung eine Schrumpfkur mit massivem Personalabbau begonnen. In Vollzeitstellen gerechnet soll der Personalbestand nach bisherigen Plänen bis 2012 binnen zehn Jahren um fast 40 Prozent auf 9000 Arbeitsplätze gesunken sein.

wal/Reuters



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