Die reichsten Deutschen Clan mit Milliarden-Beteiligungen

Über den ganzen Erdball verstreut leben die Mitglieder der Haniel-Sippe. Während der Name Haniel bei vielen noch für Kohle und Stahl steht, ist die Familie mit Pharma und Einzelhandel zu einer der reichsten der Republik aufgestiegen.

Hamburg - Früher fuhren vom Hamburger Bahnhof in Berlin die Züge in die rund 200 Kilometer entfernte Hansestadt. Heute ist der ehemalige Kopfbahnhof eine Galerie. Doch die rund 481 Familienmitglieder der Hanielfamilie, die sich hier am 6. Mai 2001 versammelten, waren nicht gekommen, um Gemälde anzusehen. Einmal im Jahr kommt die Familie aus der ganzen Welt zusammen, um über Dividende, Geschäftspolitik und Postenvergabe zu beraten. Aus Argentinien sind sie angereist, aus Frankreich und natürlich aus Deutschland, alles Nachfahren des Firmengründers Franz Haniel und seines Bruders Gerhard.Haniel heißen heute die wenigsten von ihnen. Mit ein Grund, warum der Name immer noch in erster Linie mit Kohlegruben und Stahlwerken in Verbindung gebracht wird. Zumal auch noch die Filetstücke der Haniel-Holding nicht den Familiennamen tragen, sondern Metro und Gehe heißen.Eine Million Mark steckte die Familie vor über 30 Jahren in die Großhandelskette, heute liegt der Wert der Beteiligung bei rund vier Milliarden Mark. Lukrativer Pharma-Versand Noch lukrativer ist die Beteiligung am Pharma-Großhändler Gehe, die mehr als die Hälfte zum Betriebsergebnis beisteuert. Daneben verdienen die Haniels ihr Geld vor allem in der Bauindustrie, dem Rohstoffhandel und -recycling und der Produktion von Büromöbeln und Berufsbekleidung. Von der Kohle- und Stahlindustrie ist dagegen nicht viel übrig gelieben. Selbst die über 240 Jahre alte Reederei wurde teilweise verkauft. Dabei liegen in diesen Geschäftszweigen die Wurzeln des Unternehmens.Vor rund 245 Jahren wurde das Unternehmen als Spedition und Kolonialwarenhandlung gegründet. Die Reederei gehörte schon damals zum Unternehmen. Doch der eigentliche Aufstieg begann erst rund 40 Jahre später, als Franz Haniel das Potenzial der entstehenden Kohle und Stahlindustrie erkannte. Rheinpreußen brachte den Aufstieg Er kaufte die Hütte "Gutehoffnung", die heute MAN heißt und ebenfalls nicht mehr zum Portfolio gehört. Vor allem aber begann er mit der Kohleförderung. Die Zeche Rheinpreußen wurde zur sprudelnden Geldquelle. Die Gewinne trösten die Anteilseigner über das Ende der Tradition als Montan- und Speditionsunternehmen. Mehr als eine Milliarde Mark hat die Holding im Jahr 2000 verdient. Davon profitieren aber nicht alle Familienteile gleichermaßen. Die "ärmeren" besitzen jeweils "nur" rund 10 Millionen Mark. Außerdem werden maximal 25 Prozent der Gewinne ausgeschüttet, so will es die Tradition. Eine weitere Tradition schreibt vor, dass der Vorstandschef nicht aus der Familie kommt. Kompetenz und nicht Herkunft soll entscheiden. Bisher - so scheint es - sind die Haniels mit dieser Strategie gut gefahren. Tilman Weigel, manager-magazin.de