»Dienstliche Interessen beeinträchtigt« Früherer deutscher Botschafter darf nicht für Nord Stream 2 arbeiten

Dieter Haller sollte für die deutsche Nord-Stream-2-Tochter in den Aufsichtsrat ziehen. Das Auswärtige Amt hat ihm das nun verboten. Haller war noch bis 2018 deutscher Botschafter.
Dieter Haller (links) arbeitete noch 2017 als Botschafter in Saudi-Arabien

Dieter Haller (links) arbeitete noch 2017 als Botschafter in Saudi-Arabien

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Das Auswärtige Amt hat Einspruch dagegen erhoben, dass der frühere deutsche Diplomat Dieter Haller als Aufsichtsrat bei der Nord-Stream-2 -Firma »Gas for Europe« arbeitet. »Der frühere Diplomat Herr Haller hat dem Auswärtigen Amt gem. § 105 BBG seine Absicht angezeigt, als Ruhestandsbeamter eine Tätigkeit aufzunehmen«, hieß es am Donnerstag dazu auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters aus dem Auswärtigen Amt. »Eine interne Prüfung ergab, dass die Aufnahme der Tätigkeit zu untersagen ist, da durch sie dienstliche Interessen beeinträchtigt werden.« Haller war früher unter anderem deutscher Botschafter in Saudi-Arabien gewesen.

Zuvor hatte das Onlineportal t-online  unter Berufung auf Handelsregisterunterlagen berichtet, dass Haller in den Aufsichtsrat des deutschen Nord-Stream-2-Tochterunternehmens »Gas for Europe« ziehe. Nach Informationen der »Zeit«  nahm er seine Arbeit im Aufsichtsrat bereits im Dezember 2021 auf.

Für die Ostsee-Gaspipeline war am Mittwoch die Tochtergesellschaft »Gas for Europe« in Schwerin registriert worden. Die Gründung war notwendig, weil der Transportnetzbetreiber eine Firma nach deutschem Recht sein muss. Eine Zertifizierung für die Pipeline durch die Bundesnetzagentur steht bislang noch aus. Sie ist notwendig, damit die fertiggestellte Pipeline in Betrieb gehen kann.

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte in der vergangenen Woche nicht ausgeschlossen, dass es im Falle einer russischen Aggression gegen die Ukraine auch zu Sanktionen gegen Nord Stream 2 kommen wird.

ime/Reuters