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Dinar-Millionäre

aus DER SPIEGEL 42/1972

Jugoslawiens Dinar-Millionäre bangen um ihr Vermögen. Nachdem Staatspräsident Tito im vergangenen Monat Maßnahmen gegen »Personen, deren Wohlstand Millionen oder gar Milliarden alter Dinar erreicht« (eine Million alte, Dinar entspricht etwa 2000 Mark), angedroht hatte lösen immer mehr wohlhabende Jugoslawen ihre Konten auf. Der Run auf die Geldinstitute, so der Belgrader

Handelskammervorsitzende Simeon Zatezalo, wirke sich bereits negativ auf das Bankgeschäft aus. Um ihre Millionäre und Milliardäre -- meist gut verdienende Funktionäre oder Inhaber von Kleinbetrieben -- zu beschwichtigen, ließen die Leiter von Belgrads Beogradska Banka bekanntgeben, daß niemand Rechenschaft über die Herkunft seines Vermögens geben müsse. Zumindest die meisten der rund 980000 im Ausland arbeitenden Jugoslawen trauen solchen Zusicherungen nicht. Sie legen, so ergab eine Belgrader Untersuchung, ihre Ersparnisse selbst dann bei ausländischen Banken an, wenn sie in ihrer Heimat höhere Zinsen erhalten.

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