Discounter Lidl-Chef nimmt seinen Hut

Wachwechsel bei Lidl: Der nach Aldi zweitgrößte deutsche Discounter verliert seinen Vorstandsvorsitzenden Wilfried Oskierski. Damit verliert der Handelskonzern den zweiten Top-Manager innerhalb weniger Monate.


Neckarsulm/Hamburg - Der Discount-Gigant Lidl tauscht seinen Chef aus. Wie das Unternehmen erklärte, hat der Vorstandsvorsitzende Wilfried Oskierski den Handelskonzern verlassen. Gründe für Oskierskis Ausscheiden nannte Lidl nicht.

Lidl-Filiale: Nachfolger als Konzernchef gesucht
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Lidl-Filiale: Nachfolger als Konzernchef gesucht

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE gab es zuletzt Differenzen zwischen Oskierski und dem mächtigen Lidl-Aufsichtsratschef Klaus Gehrig. Unternehmenskenner berichten, dass Gehrig mit Blick auf die Expansion des Discounters den Druck auf Oskierski erhöht hat, dem der Vorstandsvorsitzende offenbar nicht mehr standhielt. Weder Lidl noch Oskierski wollten dazu Stellung nehmen.

In einer Kundenstudie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG wurde Lidl zuletzt abgestraft und verlor gegenüber dem Erzrivalen Aldi an Boden. Der Discounter schneide vor allem bei der Preiswahrnehmung schlechter ab als Aldi, berichteten die Experten. Außerdem werde von vielen Kunden die Produktqualität bei Aldi höher eingeschätzt.

Mit der jüngsten Abhöraffäre steht die Personalie demnach nicht in Zusammenhang. Lidl war in diesem Jahr wegen der Bespitzelung von Mitarbeitern in die Schlagzeilen geraten. Datenschützer mehrerer Bundesländer verlangen fast 1,5 Millionen Euro Bußgelder von dem Unternehmen.

Der öffentlichkeitsscheue Oskierski war seit Ende 2005 Chef der Lidl Stiftung & Co. und verantwortete dort das nationale und internationale Geschäft des Handelskonzerns. Zuvor hatte er für kurze Zeit bei der Edeka-Tochter Netto gearbeitet. Einen Nachfolger gebe es bislang nicht, sagte die Sprecherin.

Firmenkenner rechnen aber mit einer baldigen Entscheidung. Als möglicher Nachfolger wird Einkaufschef Heinz Holland gehandelt. Auch der Leiter des Deutschland-Geschäfts, Frank Michael Mros, soll Chancen auf den Posten haben.

Mit Oskiereski verliert Lidl den zweiten Top-Manager innerhalb weniger Monate. Ende August hatte Thorsten Hermelink den Konzern nach zweijähriger Tätigkeit verlassen. Hermelink, der vom Hamburger Handelshaus Tchibo kam, sollte das Aktionsgeschäft mit Non-Food-Artikeln aufbauen. Der ambitionierte Plan scheiterte laut Insidern jedoch an internen Widerständen.

suc/dpa



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